NAS Eigenbau Teil 4: Openmediavault Installation

NAS Eigenbau Teil 4: Openmediavault Installation

Dieser Beitrag ist Teil 4 von 7 in der Artikelreihe NAS Eigenbau Leitfaden

Nachdem das NAS zusammengebaut ist, können wir uns an die Einrichtung des Systems begeben. Für die Ersteinrichtung solltest du Maus, Tastatur und einen Bildschirm anschließen. Später kann das System dann über SSH bedient werden.

In diesem Beitrag zeige ich dir die benötigten BIOS Einstellungen und die Erstellung eines Boot-Sticks sowie die Installation von Openmediavault.

BIOS Einstellungen

Damit alle benötigten Funktionen auch bereit stehen, überprüfen wir einige Einstellungen im BIOS/UEFI. Schalte dazu das System an und drücke die Taste zum öffnen des BIOS bis es erscheint. In meinem Fall, dem ASRock Mainboard J4105 ist das die Taste [F2]. UEFI kann im Gegensatz zum alten Bios mit der Maus bedient werden.

Auf der sich öffnenden Seite befindest du dich auf der Hauptseite. Dort kannst du sehen, ob das Mainboard den Arbeitsspeicher erkannt hat und mit welcher Taktung dieser arbeitet. Im Folgenden zeige ich die Einstellungen anhand meines Mainboards. Solltest du ein anderes verwenden, findest du ähnliche Einstellungen evtl. an anderer Stelle. Wenn du dich nicht auskennst, ist das Handbuch eine gute Anlaufstelle für alle unterstützten Funktionen.

Hinweis
Die nachfolgenden Screenshots zeigen nicht meine Einstellungen. Ändere also nur die explizit aufgeführten Einstellungen wie beschrieben. Die anderen Einstellungen können in der Standardkonfiguration verbleiben.

Uhrzeit

Stelle zunächst Datum und Uhrzeit ein. Bei mir ist diese unten rechts zu finden und mit der Maus anklickbar.

Festplattenkonfiguration

Wechsle anschließend in den Reiter [Advanced] und wähle dort [Storage Configuration].

Stelle sicher, dass hier das SATA Aggressive Link Power Management aktiviert ist. Dieses sorgt dafür, dass die Festplatten im Leerlauf weniger Strom verbrauchen. Bei mir hat das einen Unterschied von 2 Watt gebracht.

Des Weiteren sollte hier die Hard Disk S.M.A.R.T Funktion aktiviert sein.

ACPI-Konfiguration

Wähle im Reiter [Advanced] die [ACPI Configuration] aus.

Die Funktion Suspend to RAM sollte angeschaltet sein.

Stelle in diesem Menü außerdem sicher, dass die Funktion PCIE Devices Power On angeschaltet ist. Mit ihr kann das System über Wake On Lan aufgeweckt werden. Diese Funktion wollen wir später nutzen. Um Energie einzusparen kannst du die anderen Power On Funktionen ausschalten, falls du sie nicht benötigst.

Lüftersteuerung

Wechsle jetzt in den Reiter [H/W Monitor].

Wie du vielleicht schon bemerkt hast, läuft dein Lüfter seit Systemstart auf Hochtouren. Dies ist in diesem Reiter so voreingestellt. Ändere die Konfiguration auf [Automatic]. Nun kannst du dem Lüfter eine Solldrehzahl vorgeben in Form von Stufen. Ich habe hier die niedrigste Stufe eingestellt, da das System nicht viel Wärme erzeugt. Der Lüfter passt die Drehzahl außerdem an steigende Temperaturen an. Du kannst außerdem angeben, welcher Temperatursensor die einzelnen Lüfter steuert. Zur Auswahl stehen hier die CPU und die Mainboard Temperatur. Zusätzlich kannst du eine Zieltemperatur angeben. Ich habe hier die CPU mit einem Zielwert von 45°C angegeben. Nach Verlassen des BIOS sollte der Lüfter deutlich leiser sein.

Bootvorgang

Wechsle nun in den Reiter [Boot].

Hier kannst du den Fast Boot Modus ausschalten. Dieser kann möglicherweise Probleme beim Ruhezustand verursachen, den wir später zum Energiesparen nutzen wollen.

Außerdem muss hier die Funktion Boot From Onboard LAN eingeschaltet werden. Damit wird das Aufwecken und Anschalten durch Wake On LAN erst akzeptiert.

Einstellungen Speichern

Wechsle nun in den Reiter [Exit] und wähle dort Save Changes and Exit aus. Andernfalls werden alle gerade getätigten Einstellungen verworfen. Das System wird neu starten und die Lüfter sollten herunter regeln.

Boot-Stick erstellen

Um Openmediavault installieren zu können, müssen wir als nächstes einen bootfähigen USB-Stick erstellen. Dieser sollte mindestens 1 GB Speicherplatz bieten. Lade dir anschließend die aktuellste Version von Openmediavault herunter [Link]. Damit erhälst du eine .ISO-Imagedatei. Um diese auf einen USB-Stick zu schreiben und den Stick bootbar zu machen, benötigen wir noch die Software Etcher [Link].

In Etcher wählst du links [Flash from File] und in der Mitte wählst du deinen USB-Stick aus. Anschließend beginnst du rechts mit [Flash] die Imagedatei auf den Stick zu schreiben.

Routereinstellungen

Das NAS sollte immer die gleiche IPv4-Adresse im Heimnetz erhalten. Dies kannst du am einfachsten im Router einstellen.

In der Fritz!Box gehe dazu nach Heimnetz > Netzwerk > Netzwerkverbindungen und suche das NAS in der Liste heraus. Klicke rechts auf das Stiftsymbol, um die Einstellungen zu bearbeiten. Dort kannst du die gewünschte IPv4-Adresse einstellen (oder die aktuelle eingestellt lassen). Setzte darunter den Haken bei: Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen. Speichere die Einstellungen mit [OK].

Installation

Die Installation ist sehr einfach und funktioniert fast automatisch. Aber Achtung: Openmediavault sucht sich die erste Festplatte die es findet und nutzt sie als Installationsfestplatte. Diese Festplatte steht anschließend nicht mehr zur Ablage von Daten zur Verfügung. Trenne sicherheitshalber die SATA-Kabel aller Datenfestplatten bevor du OMV installierst.

Stecke anschließend den USB-Stick ein und starte das System. Es sollte automatisch den Boot-Stick erkennen und nach einer Verzögerung diesen auswählen. Sollte dies nicht der Fall sein, musst du das Boot-Menü manuell aufrufen. Dazu gibt es eine Taste, die du während des Bootvorgangs drücken musst. Bei mir ist das die Taste [F11].

Es erscheint ein Hauptmenü. Wähle dort [Install] aus. Der Installationsprozess fragt einige Einstellungen ab. So kannst du z. B. die Sprache einstellen und einen Root-Nutzer anlegen. Merke dir unbedingt das Passwort, dass du hier wählst. Die Frage nach einem Proxy-Server kannst du überspringen. Danach führt OMV die Installation durch.

Nach der Fertigstellung der Installation, entfernst du den USB-Stick und bestätigst die erfolgreiche Installation mit [Continue]. Nach dem Bootvorgang kannst du dich mit dem gerade angelegten Root-Nutzer einloggen. Beachte, dass du hier ein vollwertiges Debian System vor dir hast – dieses aber nur über die Kommandozeile bedienen kannst. Die grafische Benutzeroberfläche wird nicht mitgeliefert.

Fahre das System zunächst noch einmal herunter. Logge dich dazu mit root ein und tippe folgendes in die Kommandozeile:

shutdown now

Das System fährt herunter. Schließe anschließend wieder alle Datenfestplatten an und starte das System erneut. Logge dich erneut mit root ein und führe ein Update des Systems durch mit:

apt update && apt upgrade

Die weitere Konfigruation führen wir über die eigene Benutzeroberfläche von Openmediavault aus. Du musst also zunächst nicht weiter mit der Kommandozeile arbeiten. Dazu findest du alle notwendigen Informationen nach dem Systemstart oberhalb des Logins. Dort steht die IP-Adresse, über die du die OMV Benutzeroberfläche im Browser erreichst. Die Logindaten sind standardmäßig:

Benutzer: admin
Passwort: openmediavault

Fehlerbehandlung

Solltest du Probleme haben, sei es mit Netzwerk- oder sonstigen Einstellungen kann dir eine Reparatur oder Neukonfiguration von OMV helfen. Diese kannst du auf der Kommandozeile aufrufen mit:

omv-firstaid

Dadurch kannst du alle Einstellungen, die du bei der Installation gemacht hast verändern. Beachte jedoch, dass evtl. einige oder auch alle Einstellungen, die du bisher gemacht hast, dabei verloren gehen.

Ich habe diese Funktion einmal nutzen müssen, weil mein Netzwerkadapter nicht mehr ansprechbar war, da das Einrichten und Ausprobieren von Wake-On-LAN und anderen Energiesparfunktionen zu einem Fehler geführt haben. Nach der Neukonfiguration des Netzwerkadapters hat allerdings wieder alles reibungslos funktioniert.

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