Klimakatastrophe Teil 3: Bewältigung des Klimawandels

Klimakatastrophe Teil 3: Bewältigung des Klimawandels

Dieser Beitrag ist Teil 3 von 3 in der Artikelreihe Die Klimakatastrophe

Im dritten Beitrag gehe ich auf die Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe III (WG III) des sechsten Sachstandbericht AR6 (auch Weltklimabericht genannt) des Weltklimarats ein. Der Bericht zeigt kurzfristig und mittelfristig umsetzbare Möglichkeiten auf, den globalen Kohlenstoffausstoß zu reduzieren. Er beschreibt die notwendigen Maßnahmen, die in verschiedenen Sektoren und Regionen der Welt durchgeführt werden müssen, um die Pariser Klimaziele zu erreichen und die globale Erwärmung auf ein beherrschbares Maß zu begrenzen.

Die Autoren des Sachstandberichts fassen zusammen, dass die gegenwärtigen globalen Treibhausgasemissionen zu einer Erwärmung jenseits der 1,5°C-Marke führen. Auch die international angestrebten Reduktionsmaßnahmen bis 2030, führen zu einem deutlichen Überschreiten dieser Marke. Selbst das 2,0°C-Ziel ist mit den aktuellen Maßnahmen und Absichtserklärungen nur dann erreichbar, wenn ab 2030 hohe Emissionsminderungsmaßnahmen umgesetzt werden. [1]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 210-212. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Der globale Übergang zu einer kohlenstoffarmen, klimaresistenten und nachhaltigen Welt erfordert außerdem eine zielgerichtete und koordinierte Planung auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene. [2]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 210-212. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Emissionstrends und -treiber

Im Jahr 2019 wurden weltweit 59 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent ausgestoßen. Dabei waren in den letzten zehn Jahren das Pro-Kopf-BIP und das Bevölkerungswachstum die Hauptverursacher dieser Emissionen. Mit anderen Worten: Die rasante Entwicklung des asiatischen und pazifischen Raumes und der Konsum der Industrie- und Schwellenländer verursachen den größten Anteil der Emissionen. Während der Covid-19 Lockdowns gingen die Emissionen vorübergehend zurück, sind jedoch anschließend wieder zum steigenden Trend von 2019 zurückgekehrt. [3]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 316-319. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Damit das 2-Grad-Ziel erreicht werden kann, müssen die Emissionen weltweit pro Jahr um 4% (=2,36 Milliarden Tonnen) reduziert werden. Diese Reduktionsrate haben im vergangenen Jahrzehnt nur 24 Länder jährlich erreicht. Die absolute Reduktion dieser Länder ist im Vergleich zum globalen Emissionswachstum der letzten Jahrzehnte jedoch vernachlässigbar. [4]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 316-319. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Im Gegenteil: Die gloablen Emissionen steigen aktuell in allen Sektoren, allen voran in der Industrie und im Verkehr, da die Produktion von Konsumgütern und deren Transport weltweit zunehmen. Der Flugverkehr ist bspw. im Zeitraum 2010 bis 2019 um 3,4% gestiegen. Allein der Energiesektor zeigt durch den Ausbau der erneuerbaren Energien einen Rückgang in der Emissionszunahmen. Das bedeutet, dass selbst bei der Energieerzeugung die Emissionen trotz Ausbau erneuerbarer Energien weiterhin steigen und sich lediglich die Geschwindigkeit steigender Emissionen verlangsamt hat. Außerdem übersteigen die geschätzten künftigen CO2-Emissionen aus den bestehenden Infrastrukturen für fossile Brennstoffe bereits das verbleibende CO2-Emissionsbudget für die Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5°C. Selbst wenn alle neu gebauten Anlagen seit 2020 in der Industrie und Infrastrukturen zur Energieerzeugung weltweit emissionsfrei wären, würden die Emissionen bestehender Anlagen zum Verfehlen des 1,5-Grad-Ziels führen. Diese Diskrepanz zeigt, wie gewaltig der Unterschied zwischen dem ist was gegenwärtig gegen die Klimaerwärmung getan wird und was notwendig wäre. [5]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 316-319. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Betrachtung von Ländern anstatt von Sektoren zeigt dabei, dass die reichsten 10% der Weltbevölkerung für etwa ~40% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Die Emissionen der Menschen mit mittleren und geringen Einkommen sind in den Industrieländern zwischen 5 und 50 Mal höher als in den gleichen Gesellschaftsschichten von Schwellenländern. Darüber hinaus kann die zunehmende Ungleichheit innerhalb eines Landes die Bereitschaft der Menschen beeinträchtigen, notwendige Änderungen ihres Lebensstils zu akzeptieren, um Emissionen zu senken und die Natur zu schützen. [6]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 316-319. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Dem gegenüber steht jedoch das große Potenzial, dass der Übergang zu kohlenstoffarmen Technologien zukünftig schneller erfolgen kann als bisher. Die wichtigsten Treiber, um dieses Ziel zu erreichen sind Technologietransfer und Zusammenarbeit auf globaler Ebene, gezielte politische und finanzielle Unterstützung sowie die Nutzung von Synergien. Außerdem müssen nachhaltigen Technologien in den Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützt werden, denen die Finanzierungsmittel für solche Entwicklungen fehlen. [7]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 316-319. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die wichtigsten kohlenstoffarme Technologien haben in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei den Kosten, der Leistung und der Akzeptanz gemacht und damit die Machbarkeit einer Energiewende verbessert. Der Einsatz und die Kostensenkung modularer Technologien wie Solar-, Wind- und Batterietechnologien sind viel schneller erfolgt als von Experten erwartet und in früheren Klimaschutzszenarien angenommen. Die politische, wirtschaftliche, soziale und technische Machbarkeit von Solarenergie, Windenergie und Stromspeichertechnologien hat sich daher in den letzten Jahren dramatisch verbessert. Im Gegensatz dazu ist die Einführung der Kernenergie und die CO2-Abscheidung und -Speicherung im Elektrizitätssektor langsamer verlaufen als prognostiziert wurde. Neue Erkenntnisse deuten außerdem darauf hin, dass sich kleine Technologien (z. B. Solarenergie, Batterien) tendenziell schneller verbessern und schneller angenommen werden als großtechnische Technologien wie die Kernkraft. [8]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 316-319. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Um die Emissionsreduzierung in allen Sektoren voranzutreiben, spielen politische Mittel wie die CO2-Bepreisung eine wichtige Rolle. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Emissionseinsparungen mit steigendem CO2-Preis zunehmen. Steuern und Subventionen für saubere und öffentliche Verkehrsmittel sowie Maßnahmen für erneuerbare Energien verringern die Emissionen ebenfalls und begünstigen einen schnelleren Umbau aller Sektoren. [9]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 316-319. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Minderungsmaßnahmen für langfristige Entwicklung

Die aktuellen Absichtserklärungen der Politik aller Länder führen zu einem deutlich höheren Ausstoß von Treibhausgasen als notwendig wäre. Nicht zuletzt weil bis 2030 weitere Kraftwerke und Industrieanlagen geplant sind, die den Ausstoß weiter erhöhen. Diese Entwicklungen führen zwangsweise dazu, dass vermehrt Technologien großflächig eingesetzt werden müssen, die der Atmosphäre Treibhausgase entziehen. [10]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 443-448. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Mit der gegenwärtigen Politik werden die Treibhausgasemissionen bis 2030 bis zu 60 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent jährlich und bis 2050 bis zu 67 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent jährlich erreichen. Bis zum Jahr 2100 erreicht die mittlere globale Erwärmung damit ein Niveau von 2,4°C bis 3,5°C. Versagt die weltweite Klimapolitik wird die Klimaerwärmung sogar über 5°C im Jahr 2100 liegen. [11]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 443-448. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Um die Klimaerwärmung auf 2°C bis zum Jahr 2100 zu begrenzen, müssen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um bis zu 46% und bis 2050 um bis zu 77% gesenkt werden. Dies entspricht Emissionen bis 2030 respektive 2050 von maximal 49 bzw. 27 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent jährlich. [12]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 443-448. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Um die Erwärmung auf 1,5°C bzw. 2,0°C zu begrenzen sind die folgenden Emissionseinsparungen im Zeitraum zwischen 2019 und 2050 in allen Sektoren notwendig. Wird die Einsparung in einem Sektor verzögert oder langsamer als notwendig durchgeführt, müssen in den anderen Sektoren entsprechend größere Einsparungen erzielt werden. [13]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 443-448. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Sektor1,5-Grad-Ziel2,0-Grad-Ziel
Energienachfrage (z. B. Unternehmen, Privatpersonen)77%49%
Energieversorgung115%97%
Landwirt- und Forstwirtschaft sowie andere Landnutzung148%136%
Notwendige Emissionseinsparungen im Zeitraum 2019 bis 2050, um die Klimaziele zu erreichen. [14]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 443-448. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Erwärmung kann sehr viel einfacher unterhalb von 2°C gehalten werden, wenn Maßnahmen zur massiven Reduktion der Emissionen ergriffen werden. Die beschleunigte Reduzierung zeichnet sich durch eine globale, aber regional differenzierte Einführung von Regulierungs- und Preisstrategien aus. Bis 2030 würden dann weniger fossile Brennstoffe und mehr kohlenstoffarme Brennstoffe eingesetzt als bisher geplant ist. Maßnahmen, die die Erwärmung auf 1,5°C begrenzen, erreichen im Vergleich zu 2019 eine CO2-Reduzierung von 50% in den 2030er Jahren und die Netto-CO2-Null in den 2050er Jahren. Maßnahmen, die wahrscheinlich die Erwärmung auf 2°C begrenzen, erreichen eine Reduktion von 50% erst in den 2040er Jahren und Netto-CO2-Null sogar erst in den 2070er Jahren. [15]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 443-448. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Netto-Null-Treibhausgas-Emissionen bedeutet negative Netto-CO2-Emissionen in einer Höhe, die die restlichen Nicht-CO2-Emissionen ausgleicht. Das bedeutet es wird der Atmosphäre mehr CO2 entzogen als Nicht-CO2-Treibhausgase wie Methan ausgestoßen werden. Die Reduzierung des Methanausstoßes würde einen großen Beitrag leisten, da Methan sechs mal so viel zur Erwärmung beiträgt wie CO2. Diese sogenannten negativen CO2-Emissionen verfolgen außerdem drei Ziele: [16]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 443-448. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

  1. Beschleunigung der Emissionsreduzierung
  2. Ausgleich der Restemissionen
  3. Schaffung der Möglichkeit für negative CO2-Emissionen. Diese Option ist für den Fall notwendig, dass langfristig Temperatursenkungen erreicht werden müssen.

Um die Klimaziele zu erreichen müssen bis zum Jahr 2100 88% der Primärenergie aus emissionsarmen Quellen stammen. Die Nutzung fossiler Energieträger muss weltweit entsprechend reduziert werden. Aus diesem Grund müssen die Wirtschaft, Gebäude und der Verkehr elektrifiziert werden, da Strom emissionsfrei erzeugt werden kann. Dazu sind massive Investionen und Subventionen in den Energiesektor in Regionen mit geringen und mittleren Einkommen (also Entwicklungs- und Schwellenländer) notwendig. Für die Limitierung der globalen Erwärmung auf 1,5°C werden finanzielle Mittel in Höhe von 2,3 Billionen US-Dollar und für eine Erwärmung von 2,0°C etwa 1,7 Billionen US-Dollar benötigt. [17]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 443-448. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Gleichzeitig wird durch Emissionsreduzierung mit einem Verlust des globalen BIP von ~2% (1,5°C) bzw. von ~3,4% (2,0°C) im Jahr 2050 gerechnet. Diese Schätzungen berücksichtigen jedoch nicht den wirtschaftlichen Nutzen dieser Maßnahmen. Die Vorteile der vermiedenen Emissionen und damit der globale Nutzen überwiegt die Kosten der Umstellungs- und Anpassungsmaßnahmen, wodurch Klimaschutz langfristig und gesamtgesellschaftlich wie -wirtschaftlich einen steigenden Wohlstand bedeutet. Allein der wirtschaftliche Nutzen für die menschliche Gesundheit, der sich aus der Emissionsvermeidung und damit durch die Verbesserung der Luftqualität ergibt, ist mindestens genauso hoch wie die anfallenden Kosten. Insgesamt ist ein guter Lebensstandard mit einem deutlich geringeren Energieverbrauch als bisher angenommen erreichbar. Eine zukünftige Lebensweise, die sich auf eine geringere Energie- und Ressourcennachfrage konzentriert, führt langfristig zu weniger Konflikten und negativen Folgen als eine Lebensweise mit hohen Emissionen und Ressourcenverbräuchen. [18]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 443-448. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Hürden zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen sind politischer und wirtschaftlicher Natur, denn die notwendigen Technologien dafür sind bereits vorhanden. Die größte Herausforderung haben dabei wirtschaftlich aufstrebende Regionen (z. B. Schwellenländern). Zentral sind daher weltweite Investionen der reichen (Industrie-) Länder, die die wirtschaftliche Umgestaltung der ärmeren Regionen zwingend mitfinanzieren müssen. [19]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 443-448. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Minderungsmaßnahmen für kurz- bis mittelfristige Entwicklung

Die gegenwärtigen Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 reichen nicht aus. Die bis 2021 eingesparten Emissionen entsprechen nur etwa einem Drittel der benötigten Einsparungen, die für das 2-Grad-Ziel und nur 20% die für das 1,5-Grad-Ziel notwendig wären. Daraus ergibt sich die sogenannte Umsetzungslücke oder Emissionslücke, die den Unterschied zwischen notwendiger und tatsächlicher Emissionseinsparung beschreibt. [20]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 598-601. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Angesichts dieser Umsetzungslücken besteht die Notwendigkeit, beschleunigte Emissionsreduzierungen (im Vergleich zu den Klimaverträgen und der aktuellen Politik) zu erreichen, um die Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen. Es ist dabei wichtig und notwendig sowie günstiger Schwellen- und Entwicklungsländern zu unterstützen, um deren Entwicklung möglichst schnell nachhaltig zu gestalten. Die Alternative einer nachholenden konventionellen industriellen Entwicklung dieser Länder nach dem Vorbild der heutigen Industrieländer und des späteren Umstiegs auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise, würde die Klimaerwärmung nicht auf das angestrebte Maß begrenzen und alle Ziele verfehlen. [21]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 598-601. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die unmittelbare Aufgabe besteht also darin, den Klimaschutz massiv auszuweiten und zu vertiefen, um die Klimaerwärmung auf das angestrebte Ziel zu begrenzen. Je nach Kontext kann es außerdem Zeit benötigen, bis die notwendigen Voraussetzungen geschaffen sind, um effektive Maßnahmen zum Klimaschutz umzusetzen. Dazu zählt z. B. die notwendige Verhaltensänderung der Menschen, die ein Umdenken erst akzeptieren müssen (z. B. weniger Flugreisen, weniger Fleischkonsum, weniger Individualverkehr, weniger Konsum…). [22]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 598-601. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die folgenden Maßnahmen müssen umgesetzt werden, um die Klimaziele zu erreichen. Einige der Maßnahmen können schnell zu messbaren und spürbaren Ergebnissen führen, während umfassendere Veränderungen länger dauern können. [23]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 598-601. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

  1. Dekarbonisierung der Elektrizitätsversorgung, um netto null CO2 zu erzeugen, einschließlich erneuerbarer Energien
  2. radikal effizientere Energienutzung als heute
  3. Elektrifizierung der Endnutzung, einschließlich des Verkehrs
  4. drastisch geringerer Einsatz fossiler Brennstoffe als heute
  5. Umstellung anderer Verwendungszwecke auf kohlenstoffarme oder -freie Brennstoffe (z. B. Wasserstoff, Bioenergie, Ammoniak) in schwer zu dekarbonisierenden Sektoren
  6. Förderung von Bioenergie, Nachfragereduzierung, Änderung der Ernährungsgewohnheiten sowie Politiken, Anreize und Vorschriften zur Eindämmung des Klimawandels im Landsektor
  7. Festlegung und Erreichung ehrgeiziger Ziele zur Verringerung von Methan und anderen kurzlebigen Klimaschädigern.

Nachfrageänderungen und soziale Aspekte der Emissionsreduzierung

Veränderungen der Nachfrage können bis 2050 zu Einsparung von 40% bis 70% der globalen Emissionen führen. Potentiell können auf diesem Weg 25 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent an Emissionen eingespart werden. Die Einsparung teilt sich folgendermaßen auf die Sektoren auf: [24]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 754-758. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

  • Gebäudenutzung und Bauwesen: 5,7
  • Nahrungsmittelnachfrage: 8,0
  • Landverkehr: 6,5
  • Industrie: 5,2

Diese Nachfrageveränderungen können in Vermeiden, Verändern und Verbessern von Emissionensreduzierungen eingeteilt werden. Das größte Vermeidungspotenzial ergibt sich dabei aus der Verringerung des Langstreckenluftverkehrs und der Bereitstellung kohlenstoffarmer Nahverkehrsinfrastrukturen. Das größte Verlagerungspotenzial ergibt sich aus der Umstellung auf eine pflanzliche Ernährungsweise und das größte Verbesserungspotenzial liegt im Gebäudesektor durch den verstärkten Einsatz von energieeffizienten Verbrauchstechnologien und Passivhäusern. Darüber hinaus können Änderungen des persönlichen Lebensstils die Eindämmung der Klimaerwärmung beschleunigen. Die Priorisierung der autofreien Mobilität und die Einführung der Elektromobilität könnten 2 Tonnen Emissionen pro Person jährlich einsparen. Weitere hohe Einsparungen können durch die Reduzierung des Flugverkehrs, die Anpassung von Kühlungen, die verringerte Nutzung von Haushaltsgeräten, und die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung erzielt werden. [25]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 754-758. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Fachleute, Experten und Regulierungsbehörden (u. a. Gebäudemanager, Vermieter, Energieeffizienzberater, Technologieinstallateure und Autohändler) spielen eine entscheidende sowie unterschätzte und bisher zu wenig genutzte Rolle bei der Einführung kohlenstoffarmer Standards und Verhaltensweisen. Sie beeinflussen Mobilitäts- und Energieverbrauchsmuster, indem sie als Vermittler bei der Bereitstellung von Gebäude- oder Mobilitätsdienstleistungen agieren und benötigen daher mehr Kapazitäten und eine größere Motivation, um diese Rolle auszufüllen. [26]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 754-758. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Soziale Gerechtigkeit stärkt die Fähigkeit und Motivation zur Eindämmung des Klimawandels. Eine faire Behandlung der Menschen in Bezug auf sozialer Stand, Geschlecht und Einkommen erhöhen das soziale Vertrauen und ermöglichen so eine nachfrageorientierte Klimapolitik. Der Konsum von Statussymbolen, häufig verbunden mit hohen Kohlenstoffemissionen, kann durch die Besteuerung des absoluten Wohlstands reduziert werden ohne das Wohlbefinden zu beeinträchtigen. Die Bepreisung von Kohlenstoff ist dabei am wirksamsten, wenn die Einnahmen umverteilt werden. Eine Kohlenstoffabgabe, die zweckgebunden für grüne Infrastrukturen verwendet wird oder den Steuerzahlern auf anderen Wegen zurückgegeben wird, erhöht die politische Akzeptanz der notwendigen Maßnahmen. [27]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 754-758. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Werte unterscheiden sich von Kultur zu Kultur. Maßnahmen, die Autonomie, Energiesicherheit, Gleichheit und Umweltschutz sowie Fairness unterstützen, finden in vielen Gemeinschaften und sozialen Gruppen großen Anklang. Der Wechsel von einem kommerzialisierten, individualisierten, unternehmerischen Ausbildungsmodell zu einer Ausbildung, die die Gesundheit des Planeten und das menschliche Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellen, kann das Bewusstsein für den Klimawandel und nachhaltiges Handeln stärken. [28]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 754-758. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Energiesysteme

Die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2°C kann nur gelingen, wenn die Treibhausgasemissionen der Energiesysteme drastisch gesenkt werden. Für die Begrenzung auf 1,5°C müssen die Netto-CO2-Emissionen der Energiesysteme im Jahr 2050 um mindestens 87% gesenkt, für die 2,0°C-Marke um mindestens 60% gesenkt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Energiesystem fundamental umgebaut und die herkömmliche zentral organisierte auf Kohle basierte Energieversorgung durch eine dezentrale emissionsarme Energieversorgung ersetzt werden. Hinzu kommt, dass Energiesysteme so weit wie möglich elektrifiziert werden müssen. [29]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 946-948. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Netto-Nullemissionsenergie-Systeme werden sich regionsabhängig unterscheiden, da sie lokale Gegebeheiten berücksichtigen müssen. So kann in Skandinavien z. B. viel Energie aus Wasserkraft gewonnen werden, wohingegen dies in Marokko nicht möglich sein wird. Der Ansatz wird in jedem Land daher von den nationalen Gegebenheiten abhängen. Nachhaltige Energiesysteme haben jedoch alle die folgenden Gemeinsamkeiten: [30]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 946-948. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

  1. Elektrizitätssysteme, die netto kein CO2 erzeugen
  2. Elektrifizierung von Endverbrauchern, einschließlich Leichtlastverkehr, Raumheizung und Kochen
  3. Wesentlich geringerer Einsatz fossiler Brennstoffe als heute
  4. Einsatz alternativer Energieträger wie Wasserstoff, Bioenergie und Ammoniak als Ersatz für fossile Brennstoffe in Sektoren, die sich nicht gut elektrifizieren lassen
  5. Effizientere Energienutzung als heute
  6. Stärkere Integration des Energiesystems über Regionen hinweg
  7. Einsatz von Technologien zur CO2-Entfernung zum Ausgleich von Restemissionen

Die Nachfrage nach Energie steigt kontinuierlich. Ebenso ist auch der CO2-Ausstoß zwischen 2015 und 2019 um 4,6% gestiegen. Der Ausbau erneuerbarer Energiequellen steigt ebenso und betrug 2019 global 37% bei der Stromversorgung. Außerdem fallen die Preise für Solar- und Windenergie zunehmend, sodass sie heute günstiger sind als alle anderen Energieformen wie Kohle, Gas und Atomkraft. Allerdings werden konventionelle emissionsstarke Energieformen weiterhin stark subventioniert, was den Umstieg auf nachhaltige Energieformen massiv erschwert und das Ziel die Erderwärmung zu begrenzen sehr viel schwieriger macht. [31]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 946-948. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Elektrizitätssysteme, die erneuerbaren Energien nutzen, werden in den kommenden Jahrzehnten zunehmend günstiger sein. Dabei besteht jedoch die Herausforderung, das gesamte Energiesystem mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Große Anteile der variablen Sonnen- und Windenergie müssen durch Batterien, Wasserstoff und andere Formen der Speicherung sowie flexible nicht-erneuerbare Erzeugung, intelligente Steuerungssysteme und höhere Flexibilität der Nachfrageseite in die Stromnetze integriert werden. [32]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 946-948. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

In den nächsten zehn Jahren (Stand 2022) ist ein umfassender Ansatz erforderlich, um die Erwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen. Die kurzfristigen Reduktionen in allen Sektoren werden jedoch nicht ausreichen, um die Erwärmung zu begrenzen. Eine Emissionssenkung im gesamten Energiesektor ist daher notwendig, um die globalen Emissionen in den nächsten zehn Jahren zu reduzieren und die Voraussetzungen für noch höhere Reduzierungen nach 2030 zu schaffen. [33]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 946-948. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die wirtschaftlichen Auswirkungen eines kohlenstoffarmen Energieversorgung können mit denen einer emissionsintensiven Zukunft mindestens gleichziehen oder diese sogar übertreffen. Kostensenkungen bei Schlüsseltechnologien haben die wirtschaftliche Attraktivität einer kurzfristigen Umstellung auf kohlenstoffarme Technologien erhöht. Fortschritte bei kohlenstoffarmen Energieressourcen und -trägern würden die Wirtschaftlichkeit von Netto-Nullemissionen-Energiesystemen erheblich verbessern. Die Ausgestaltung der Transformation und die Kosten hängen daher von der politischen Umsetzung ab. [34]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 946-948. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Land- und Forstwirtschaft und weitere Landnutzung

Der Sektor Landwirtschaft, Forstwirtschaft und andere Landnutzungen umfasst bewirtschaftete Ökosysteme und bietet beträchtliche Möglichkeiten zur Abschwächung des Klimawandels, während er gleichzeitig Nahrungsmittel, Holz und andere erneuerbare Ressourcen liefert sowie die biologische Vielfalt erhält, sofern er sich den Klimaveränderungen anpasst. Wenn ensprechende Anpassungsmaßnahmen schlecht umgesetzt werden, können diese Systeme in Zukunft weniger Ressourcen, Nahrungs- und Futtermittel bereitstellen und damit Versorgungskrisen auslösen. [35]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1164-1167. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Der Land- und Forstwirtschaftssektor hat zwischen 2010 und 2019 etwa 17% der globalen Treibhausgasemissionen verursacht, wobei die Ökosysteme gleichzeitig etwa ein Drittel der globalen Emissionen absorbiert haben. Allerdings nehmen in desem Sektor die Stickstoff- und Nitratemissionen durch Tierdung und die Verwendung von Stickstoffdüngern weltweit zu. [36]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1164-1167. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Dabei bieten die Land- und Forstwirtschaft das Potential bis zu 14 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent bis 2050 einzusparen. Die folgenden Maßnahmen und Emissionseinsparungen (und/oder CO2-Bindung) können dabei erzielt werden: [37]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1164-1167. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

  • verbesserte Bewirtschaftung, Wiederherstellung von Wäldern, Torfgebieten, Küstenfeuchtgebieten, Savannen und Grasland: 7,3 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent
  • Landwirtschaft durch die Bewirtschaftung von Acker- und Grünlandböden, die Agroforstwirtschaft, die Verwendung von Biokohle, verbesserter Reisanbau sowie Viehzucht und Nährstoffmanagement: 4,1 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent
  • Maßnahmen auf der Nachfrageseite wie die Umstellung auf eine nachhaltige, gesunde Ernährung, die Verringerung von Lebensmittelabfällen und das Bauen mit Holz, Biochemikalien und Biotextilien: 2,2 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent

Der Verlust der Biodiversität erschwert jedoch diese Reduzierungsziele in der Land- und Fortstwirtschaft zu erreichn und macht die Systeme zusätzlich anfälliger gegenüber den Klimaveränderungen. Ein Grund dafür sind die fehlenden Investitionen: Bislang wurden schätzungsweise etwa 0,7 Mrd. US-Dollar jährlich für den Klimaschutz in diesem Sektor ausgegeben, wohingegen rund 400 Milliarden US-Dollar pro Jahr notwendig wären. [38]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1164-1167. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Urbane Systeme und andere Siedlungen

Urbanisierung bietet die Chance Emissionen zu reduzieren. In den meisten Städten sind die Pro-Kopf-Emissionen geringer als der jeweilige nationale Durchschnitt. Das größte urbane Bevölkerungswachstum wird es in den heutigen sogenannten Entwicklungsländern geben, in denen die Pro-Kopf-Emissionen gegenwärtig sehr gering sind. Es wird erwartet, dass sie mit dem Bau und der Nutzung neuer Infrastrukturen sowie durch Veränderungen der Einkommen und Lebensstile wachsen. Die Ursachen der urbanen Treibhausgasemissionen sind dabei komplex und umfassen ein Zusammenspiel von Bevölkerungsgröße, Einkommen, Urbanisierungsgrad und Stadtgestaltung. [39]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1349-1352. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die urbanen Emissionen betrugen im Jahr 2020 etwa 28 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent, was rund 70% der globalen Treibhausgasemissionen ausmacht. Die 100 Städte mit den höchsten Emissionen sind dabei für rund 18% des globalen Kohlenstoff-Fußabdrucks verantwortlich. Außerdem steigen die urbanen Emissionen in den meisten Regionen der Welt wie die folgende Tabelle verdeutlicht. [40]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1349-1352. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

RegionJahr 2000
[Gt CO2-äquivalent/ Person]
Jahr 2015
[Gt CO2-äquivalent/ Person]
Anstieg
[%]
Afrika1,31,522,6
Asien und Entwicklungspazifik3,05,171,7
Osteuropa und West-Zentralasien6,99,840,9
Lateinamerika und Karibik2,73,740,4
Mittlerer Osten7,49,630,1
Industrieländer11,410,7-6,5
globaler Durchschnitt5,56,211,8
Durchschnittliche urbane Pro-Kopf-Emissionen nach Region in Milliarden Tonnen CO2-äquivalent. [41]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, p. 1349. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Der Bau neuer und die Modernisierung bestehender städtischer Infrastrukturen unter Verwendung konventioneller Verfahren und Technologien kann zu erheblichen CO2-Emissionen führen, die bis 2030 jährlich zwischen 8,5 und 14 Milliarden Tonnen CO2 liegen. Außerdem wird der dadurch generierte jährliche Ressourcenbedarf an Rohstoffen bis 2050 auf etwa 90 Milliarden Tonnen pro Jahr steigen. Im Jahr 2010 lag dieser Wert hingegen noch bei 40 Milliarden Tonnen. [42]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1349-1352. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Städte können nur durch eine tiefgreifende Dekarbonisierung und einen systemischen Wandel nahezuNetto-Null-Treibhausgasemissionen erreichen. Angesichts der regionalen und globalen Reichweite städtischer Versorgungsketten kann eine Stadt keine Netto-Null-Emissionen erreichen, wenn sie sich nur auf die Reduzierung der Emissionen innerhalb ihrer Verwaltungsgrenzen beschränkt. Die tiefgreifende Dekarbonisierung der Städte erfordert daher die gleichzeitige Umsetzung von drei umfassenden Strategien: [43]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1349-1352. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

  • (1) Senkung des städtischen Energieverbrauchs in allen Sektoren, u. a. durch kompakte und effiziente städtische Formen und unterstützende Infrastruktur.
  • (2) Elektrifizierung und Umstellung auf Netto-Null-Emissionsressourcen.
  • (3) Verbesserung der Kohlenstoffaufnahme.

Eine intelligente Raumplanung, die ein kompaktes und ressourceneffizientes Stadtwachstum durch eine höhere Wohn- und Arbeitsplatzdichte umsetzt sowie eine gemischte Flächennutzung und eine verkehrsorientierte Entwicklung ermöglicht, hat das Potenzial die Treibhausgasemissionen bis 2050 um rund 25 % gegenüber einem weiter-wie-bisher Szenario zu reduzieren. [44]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1349-1352. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Fundamental wichtig ist auch städtische grüne und blaue Infrastruktur, einschließlich städtischer Wälder und Straßenbäume sowie durchlässige (nicht zubetonierte) Oberflächen und begrünte Dächer. Die Umsetzung solcher Flächen binden und speichern Kohlenstoff aus der Luft und sorgen für einen Kühlungseffekt, der außerdem den Energiebedarf senkt. [45]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1349-1352. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Gebäude

Die weltweiten Treibhausgasemissionen von Gebäuden beliefen sich 2019 auf 21 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. 57 % davon waren indirekte Emissionen aus der externen Strom- und Wärmeerzeugung, 24 % direkte Emissionen, die vor Ort und 18 % „verbaute“ Emissionen, die durch den Einsatz von Zement und Stahl erzeugt wurden. [46]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1506-1508. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Emissionseinsparungen können durch eine dichtere Bebauung, größere Wohnkapazitäten, die Gebäudetypologien, ein bioklimatisches Design, Multifunktionalität des Raums, zirkuläre Nutzung von Materialien und die Nutzung der thermischen Masse von Gebäuden (zur Speicherung von Wärme für die kalte Jahreszeit und zum Schutz der Bewohner vor Hitzewellen) erreicht werden. Bei der Gestaltung von Energiedienstleistungen, dem Übergang von Eigentum zur gemeinschaftlichen Nutzung von Geräten und gemeinsam genutzten Räumen gehören zu den Suffizienzmaßnahmen, die in einigen Kommunen bereits umgesetzt wurden. [47]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1506-1508. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die folgenden Punkte gehören auf globaler Ebene zu den wichtigsten Emissionentreibern im Gebäudesektor: [48]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1506-1508. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

  • Das Bevölkerungswachstum, insbesondere in den Entwicklungsländern.
  • Die Zunahme der Wohnfläche pro Kopf, die durch die Zunahme der Wohnungsgröße bedingt wird, während die Größe der Haushalte hingegen abnimmt, insbesondere in den Industrieländern.
  • Die Ineffizienz der neu errichteten Gebäude, insbesondere in den Entwicklungsländern, und die niedrigen Renovierungsraten sowie das niedrige Anspruchsniveau in den Industrieländern bei der Renovierung bestehender Gebäude.
  • Die Zunahme der Nutzung, der Anzahl und der Größe von Geräten und Ausrüstungen, insbesondere in den Bereichen Industriekälte und Kühlung, die durch den wachsenden Wohlstand (Einkommen) angetrieben wird.
  • Die anhaltende Abhängigkeit von Strom und Wärme aus fossilen Brennstoffen verlangsamen die Dekarbonisierung der Energieversorgung.

Anpassungsmaßnahmen im Gebäudesektor sind angesichts der Klimaveränderungen notwendig, da vermehrt Kühlung und Erwärmung von Innenräumen notwendig werden, ebenso wie Luftfilterung. Gut isolierte sowie nachhaltige Gebäude reduzieren dabei langfristig die Kosten und führen zu mehr Arbeitsplätzen, effizientere Arbeit und die Vermeidung von Armut insbesondere von Energiearmut. Durch einen sinkenden Energieverbrauch wird außerdem gleichzeitig die Energiesicherheit erhöht. Insgesamt können Industrieländer im Gebäudesektor etwa 2,7 Milliarden Tonnen Emissionen einsparen. In Entwicklungsländern ist der Wert mit 5,4 Milliarden Tonnen doppelt so hoch. [49]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1506-1508. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Transport

Der direkte Treibhausgasausstoß im Transportsektor machte 2019 einen Anteil von 23% aus. Der Ausstoß verteilt sich dabei folgendermaßen auf die unterschiedlichen Verkehrsmittel: [50]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1674-1676. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

  • Zugverkehr: 1%
  • Schiffsverkehr: 11%
  • Luftverkehr: 12%
  • Straßenverkehr: 70%

In vielen Ländern nimmt das Bewusstsein zu, den Straßenverkehr zu elektrifizieren und beim Schwerlastverkehr zu Luft, Wasser und auf der Straße alternative und/oder synthetische Kraftstoffe (Biokraftstoff, Wasserstoff) einzusetzen. Städte können auch dabei helfen, die Emissionen durch Nachverdichtung und intelligente Raumplanung zu reduzieren. Dazu zählt auch das Anbieten von Alternativen zum Autoverkehr. [51]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1674-1676. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Ohne Forschung und Entwicklung könnte der Treibhausgasausstoß des Verkehrssektors bis 2050 um bis zu 50% ansteigen, weil die Nachfrage nach Personen- und Warentransport steigt. Für das 1,5°C-Ziel muss der Ausstoß von Treibhausgasen daher beim Transport um 59% gesenkt werden. Dabei muss der Landverkehr vor allem auf Elektromobilität umgestellt werden, wohingegen für den Güterverkehr bei Flugzeugen und Schiffen Biokraftstoffe und Wasserstoffe entwickelt und eingesetzt werden müssen. Damit diese klimafreundlich eingesetzt werden können, müssen sie emissionsarm erzeugt werden, was Entwicklungen und Forschungen im Industriebereich notwendig macht. [52]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1674-1676. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Industrie

Die Industrieemissionen sind seit dem Jahr 2000 schneller gestiegen als die Emissionen in allen anderen Sektoren, was auf die zunehmende Gewinnung und Produktion von Grundstoffen zurückzuführen ist. Die dem Industriesektor zugeschriebenen Emissionen stammen aus der Verbrennung von Brennstoffen, Prozessemissionen, Produktnutzung und Abfällen. Der Industriesektor emittiert damit 14,1 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent, was 24% aller Emissionen im Jahr 2019 ausmachte. [53]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1850-1852. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Kunststoff ist das Material, bei dem die Nachfrage seit 1970 am stärksten gestiegen ist. Die derzeitige Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen (>99 %), das sehr geringe Recycling und die hohen Emissionen aus petrochemischen Prozessen stellen eine Herausforderung für das Erreichen von Netto-Null-Emissionen dar. Gleichzeitig sind Kunststoffe wichtig für die Verringerung von Emissionen in anderen Bereichen, z. B. bei der Gewichtsreduzierung von Fahrzeugen. Bislang gibt es allerdings keine gemeinsamen Visionen für fossilfreie Kunststoffe. [54]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1850-1852. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Analysen zeigen, dass eine Neuausrichtung der Industrieentwicklung notwendig ist, um die notwendigen Emissionssenkungen zu erreichen. Die gegenwärtig inkrementellen Verbesserung mit Hinblick z. B. auf die Energieeffizienz sind nicht ausreichend. Stattdessen müssen tiefgreifende Veränderungen in den Bereichen Energieerzeugung, Rohstoffbeschaffung, Materialeffizienz und kreislauforientierte Materialflüsse erfolgen. Diese Bereiche sowie neu entstehende Primärprozesse sind außerdem in der Modellierung von Zukunftsszenarien für das Klima und in den Bewertungsmodellen nicht ausreichend abgebildet. Die Unterrepräsentation in den Berechnungen dieser vglw. günstigen Maßnahmen führt dazu, dass kostenintensiven Methoden wie das carbon dioxide capture and storage (CCS), also die Entnahme von CO2 aus der Luft und Speicherung im Boden überrepräsentiert sind. Dadurch werden die Gesamtkosten für die klimatischen Anpassungsmaßnahmen und Klimaschutz in vielen Berechnungen wahrscheinlich sogar überschätzt. [55]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1850-1852. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Elektrifizierung ist eine der wichtigsten Klimaschutzoption für die Industrie, da Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt werden kann. Die direkte Nutzung von Strom oder die indirekte Nutzung aus der Wasserstoff-Elektrolyse für Hochtemperatur- und chemische Ausgangsstoffe bietet viele Möglichkeiten zur Emissionsreduzierung. [56]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1850-1852. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Kohlenstoff wird auch in Zukunft ein wichtiger Baustein für organische Chemikalien, Brennstoffe und Materialien bleiben. Um Netto-CO2-Emissionen für den in der Gesellschaft benötigten Kohlenstoff (z. B. Kunststoffe, Holz, Flugkraftstoffe, Lösungsmittel usw.) zu erreichen, ist es wichtig, die Verwendungskreisläufe für Kohlenstoff und Kohlendioxid zu schließen. Das geling durch Kreislaufwirtschaft mit mechanischem und chemischem Recycling, effizientere Nutzung von Biomasse-Rohstoffen und die direkte CO2-Abscheidung aus der Luft als neue Kohlenstoffquelle. [57]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1850-1852. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Kosten für die Emissionsreduzierung liegen ganz grob im Bereich von 50-150 USD pro Tonne CO2-äquivalent. Obwohl dies zunächst große Kosten für die Grundstoffe der Industrie sind, werden die Kosten für den Endverbraucher und die Wirtschaft selbst nur marginal steigen. Durch Innovation und Effizienzsteigerungen sowie Wettbewerb werden die hohen Kosten außerdem innerhalb von 5 bis 15 Jahren sinken. [58]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1850-1852. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Es gibt mehrere technologische Möglichkeiten um emissionsfreien Stahl zu produzueren, aber die Einführung erfordert neue Strategien für Materialeffizienz, Recycling und Dekarbonisierung der Produktion. Die Materialeffizienz kann den Stahlbedarf potenziell um bis zu 40 % senken, wenn die Konstruktion auf einen geringeren Stahlverbrauch, eine lange Lebensdauer, Wiederverwendung und ein Recycling mit geringer Verschmutzung ausgelegt ist. Die Dekarbonisierung der Produktionsanalgen durch eine Umstellung auf andere Brennstoffe (z. B. Biomasse oder Wasserstoff) ist zusätzlich erforderlich. [59]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1850-1852. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Es gibt ebenso mehrere in naher Zukunft zu erwartende Möglichkeiten die übermäßigen Zement- und Betonemissionen erheblich zu reduzieren. Diese Baumaterialien werden aufgrund des geringen Preises und ihrer Langlebeigkeit im Übermaß verwendet. Eine höhere Materialeffizienz könnten die Emissionen um 24% bis 50 % senken. Dazu sollte gut gemachter Beton (z. B. als gut dimensionierte Bauteile) nur dort verwendet werden, wo er tatsächlich benötigt wird. Die Substitution von Zement durch andere Materialien (z. B. gemahlener Kalkstein und kalzinierte Tone) kann die Emissionen bei der Kalzinierung um >50 % senken. Solange jedoch kein alternatives Bindemittel mit sehr niedrigen Emissionen für Portlandzement auf den Markt kommt, wird carbon dioxide capture and storage (CCS) für die Beseitigung der Emissionen zum Einsatz kommen müssen. [60]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1850-1852. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Leichtindustrie und das verarbeitende Gewerbe können durch die Umstellung auf treibhausgasarme Brennstoffe und Strom hingegen weitgehend dekarbonisiert werden. Die dafür benötigten Technologien sind bereits ausgereift. Eine große Herausforderung sind die jedoch derzeit niedrigen Kosten von fossilem Methan und Kohle im Vergleich zu nachhaltigen Alternativen. [61]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1850-1852. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Industrie wurde bisher weitgehend von den Auswirkungen der Klimapolitik und der Kohlenstoffbepreisung abgeschirmt, da sie Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit und der Verlagerung von CO2-Emissionen hatte. Inzwischen gibt es neue politische Ansätze für die industrielle Entwicklung, die eine klare Ausrichtung auf Netto-Null-Emissionen, Technologieentwicklung, Marktnachfrage nach kohlenstoffarmen Materialien und Produkten, CO2-Ausstiegspläne sowie eine internationale Koordinierung der Klima- und Handelspolitik erfordert. Notwendig sind dafür umfassende und aufeinander aufbauende industriepolitische Strategien, die Sofortmaßnahmen möglich machen, auf eine künftige Dekarbonisierung vorbereiten und die verschiedenen politischen Ebenen (international bis lokal) integriert und damit die Bevölkerung aller Regionen mitnimmt und beteiligt. [62]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1850-1852. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Krosssektorale Perspektiven

Das gesamte bis 2030 erreichbare Emissionsreduzierungspotenzial reicht aus, um die globalen Treibhausgasemissionen auf die Hälfte des Niveaus von 2019 zu reduzieren. Dazu ist jedoch die Umsetzung vieler verschiedener Maßnahmen notwendig, von denen kostengünstige Optionen mit <20 US-Dollar je Tonne CO2 mehr als die Hälfte ausmachen. Die Kohlendioxid-Reduktion ist daher logischerweise ein notwendiges Element zur Erreichung von Netto-Null-CO2-Emissionen. Für die nicht-vermeidbaren Treibhausgasemissionen aus schwer umstellbaren Sektoren müssen Ausgleismaßnahmen getroffen werden, was ein Schlüsselelement Zur Erreichung der Klimaziele darstellt. Um dieses Ziel erreichen zu können müssen seit dem Jahr 2020 jährlich etwa 3 Milliarden Tonnen CO2 aus der Luft entfernt werden (CCS). [63]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1985-1987. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Um das volle Reduzierungspotenzial des Lebensmittelsystems auszuschöpfen, sind Veränderungen vom Erzeuger bis zum Verbraucher und in der Abfallbewirtschaftung erforderlich. Etwa ~32% der weltweiten Emissionen sind mit dem Lebensmittelsystem verbunden, während Ernährungsunsicherheit und Unterernährung noch immer weit verbreitet sind. Die absoluten Emissionen aus Lebensmittelsystemen stiegen im Zeitraum von 1990 bis 2018 von 14 auf 17 Milliarden Tonnen CO2-äquivalent pro Jahr. Neue Lebensmitteltechnologien wie Zellfermentation, kultiviertes Fleisch, pflanzliche Alternativen zu tierischen Lebensmitteln und kontrollierte Landwirtschaft können die direkten Treibhausgasemissionen aus der Lebensmittelproduktion erheblich reduzieren. Diese Technologien haben einen geringeren Fußabdruck in Bezug auf Land, Wasser sowie Nährstoffe und sorgen für besseren Tierschutz. Allerdings sind auch diese Lebensmitteltechnologien sehr energieintensiv und benötigen daher Zugang zu kohlestoffarmen Energiequellen.
Die Umstellung auf eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung, ein moderater Verzehr von tierischen Lebensmitteln und eine geringere Aufnahme von zugesetztem Zucker, Salz und gesättigten Fetten könnten zu einer erheblichen Verringerung der Treibhausgasemissionen führen. Daraus ergeben sich auch weitere Vorteile wie eine geringere Landnutzung, weniger Nährstoffverluste in die Umwelt, gesundheitliche Vorteile und die Reduzierung der Sterblichkeit, die durch ernährungsbedingte nicht übertragbarer Krankheiten entsteht. [64]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1985-1987. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Des Weiteren sind Emissionenssenkungen in der Land- und Forstwirtschaft unbedingt notwendig, da die wachsende Nachfrage nach Lebensmitteln, Futtermitteln, Biomaterialien und nicht-fossilen Brennstoffen den Wettbewerb um Land und Biomasse, die bestehende Risiken für die Lebensgrundlagen, die biologische Vielfalt, die Gesundheit von Menschen und Ökosystemen, die Infrastruktur und die Nahrungsmittelsysteme verschärft. Die Klimaveränderungen üben zusätzlich hohen Druck auf diesen Sektor aus. Insgesamt haben biobasierte Produkte als Teil einer zirkulären Bioökonomie das Potenzial, die Anpassung an den Klimawandel und den Klimaschutz zu unterstützen. [65]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1985-1987. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Ein Problem bei den Reduktionsmaßnahmen sind die Verlagerung von CO2-Emissionen, sogenanntes Carbon Leakage. Carbon Leakage tritt auf, wenn Reduktionsmaßnahmen, die in einem Land oder Sektor durchgeführt werden, zu erhöhten Emissionen in anderen Ländern bzw. Sektoren führen. Eine Möglichkeit Carbon Leakage entgegenzuwirken ist z. B. die Emissionen entlang einer gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren. Generell muss Carbon Leakage verhindert werden, da andernfalls die globalen Emissionen in der Summe nicht nennenswert oder zu spät sinken werden. [66]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1985-1987. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Nationale und regionale Strategien

Institutionen und Regierungen unterstützen den Klimaschutz und langfristige, tiefgreifende Emissionssenkungen, indem sie die Rechtsgrundlage für Umsetzungsmaßnahmen bilden, in dem sich alle Akteure einschließlich von Institutionen gegründete Durchführungsorganisationen bewegen. Politische Maßnahmen hatten bereits einen erkennbaren Einfluss auf die Abschwächung der Emissionen in bestimmten Ländern, Sektoren sowie Technologien und vermieden Emissionen von mehreren Milliarden Tonnen pro Jahr. Die Emissionsreduzierungen haben in den letzten Jahren weltweit zugenommen, aber es bestehen weiterhin große Lücken zu dem erforderlichen Niveau. Außerdem bleiben viele Maßnahmen aufgrund nicht hinreichender Kontrollen und fehlendem Durchsetzungsvermögen hinter dem Notwendigen zurück.[67]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2205-2207. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Regionale Akteure sind für den Klimaschutz wichtig, da Kommunen und Regionalregierungen für klimarelevante Bereiche wie Flächennutzung, Abfallwirtschaft und Stadtpolitik zuständig sind, mit Klimalösungen experimentieren können und Partnerschaften mit dem Privatsektor und auf internationaler Ebene eingehen können, um verstärkte Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben. Mehr als 10.500 Städte und fast 250 Regionen, die mehr als 2 Milliarden Menschen repräsentieren, haben sich zu freiwilligen Maßnahmen für Emissionssenkungen verpflichtet. Dadurch werden Innovationen und Normen sowie lokale Kapazitäten geschaffen. Allerdings mangelt es den regionalen Akteuren oft an nationaler Unterstützung, Finanzierung und häufig auch Arbeitskräften zur Umsetzung der Maßnahmen.[68]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2205-2207. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Ein wichtiges Mittel für die Umsetzung der Klimaziele ist die Bepreisung von Kohlendioxid, die eine Umsetzung kostengünstiger Emissionsminderungen fördert. Der Umfang von 20% der weltweiten Emissionen als auch der Preis sind für tiefgreifende Emissionsreduzierungen jedoch deutlich zu niedrig. Gleichzeitig könnte die Abschaffung der Subventionen für fossile Brennstoffe die Emissionen bis 2030 um bis zu 10% senken und gleichzeitig die öffentlichen Einnahmen und makroökonomische Leistung verbessern.[69]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2205-2207. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Zur Beschleunigung des Klimaschutzes gehören die gleichzeitige Schwächung kohlenstoffintensiver Systeme und die Förderung kohlenstoffarmer Systeme, die Gewährleistung der Interaktion zwischen benachbarten Systemen (z. B. Energie und Landwirtschaft), die Überwindung des Widerstands gegen politische Maßnahmen (z. B. von etablierten Unternehmen in kohlenstoffintensiven Industrien), auch durch die Bereitstellung von Übergangshilfen für die negativ Betroffenen, die Herbeiführung von Änderungen der Verbrauchergewohnheiten sowie die Unterstützung beim Übergang und die Bewältigung von Problemen in Politik und Verwaltung. COVID-19 gab den Anstoß für Konjunkturpakete und multizentrische Konjunkturmaßnahmen und zeigte, dass diese das Potenzial haben, kurzfristige wirtschaftliche Ziele zu erreichen und gleichzeitig längerfristige Nachhaltigkeitsziele zu ermöglichen. Solche Maßnahmen sind in Bezug auf die Klimaziele ebenso notwendig wie sinnvoll. [70]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2205-2207. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Internationale Kooperationen

Die internationale Zusammenarbeit zeigt heute schon positive und messbare Ergebnisse. Das Kyoto-Protokoll hat zu messbaren und erheblichen Emissionsvermeidungen geführt. Es baute auch nationale Kapazitäten für die Treibhausgasbilanzierung auf, katalysierte die Errichtung von Treibhausgasmärkten und erhöhte die Investitionen in kohlenstoffarme Technologien. Die internationale Zusammenarbeit hilft den Ländern bei der Erreichung langfristiger Reduzierungsziele, wenn sie die Entwicklung und Verbreitung kohlenstoffarmer Technologien unterstützt, was gleichzeitig zu erheblichen Vorteilen in den Bereichen nachhaltige Entwicklung und Gerechtigkeit führen kann. [71]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2364-2365. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der UN-Klimaregelung hat mit dem Inkrafttreten des Pariser Abkommens von 2015 eine wichtige neue Richtung eingeschlagen. Damit wurde das Ziel der UN-Klimaregelung, einschließlich des langfristigen Temperaturziels, gestärkt. Gleichzeitig wurde eine andere Methodik gewählt: Die wichtigsten nationalen Verpflichtungen beim Kyoto-Protokoll waren rechtsverbindliche, quantifizierte Emissionsziele für Industrieländer, die an genau definierte Mechanismen zur Überwachung und Durchsetzung gebunden waren. Im Gegensatz dazu sind die Verpflichtungen des Pariser Abkommens in erster Linie verfahrenstechnischer Art, gelten für alle Vertragsparteien und sollen in erster Linie insbesondere in Entwicklungsländern innerstaatliche Politiken und Maßnahmen auslösen, die die Transparenz verbessern, Klimainvestitionen anregen und so schrittweise zu stärkeren Ambitionen in allen Staaten führen. [72]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2364-2365. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Für das Pariser Abkommen spricht, dass die von ihm angestoßenen Prozesse in mehrfacher Hinsicht zu einem steigenden Klimaschutz führen werden und dies auch bereits getan haben. Die jüngste Verbreitung nationaler Netto-Null-Emissionsziele für die Mitte des Jahrhunderts kann zum Teil auf das Pariser Abkommen zurückgeführt werden. Darüber hinaus werden die Prozesse und Verpflichtungen des Abkommens die Fähigkeit der Länder verbessern, ihre Ziele zu erreichen, insbesondere in den Entwicklungsländern. Gegen die Wirksamkeit des Pariser Abkommens spricht hingegen, dass es keinen Mechanismus zur Überprüfung der Wirksamkeit der nationalen Maßnahmen gibt, dass die derzeitigen Bemühungen bei weitem nicht ausreichen und zukünftig auch nicht ausreichen werden sowie dass die Klimaziele auch deshalb nicht erreicht werden, weil die angestrebten Ziele, Politiken und Maßnahmen auf internationaler Ebene nicht rechtsverbindlich sind. [73]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2364-2365. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die internationale Zusammenarbeit muss in mehrfacher Hinsicht gestärkt werden, um Maßnahmen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf deutlich unter 2°C im Kontext nachhaltiger Entwicklung und Gerechtigkeit auszubauen. Die Ziele vieler Entwicklungsländer enthalten Komponenten oder zusätzliche Maßnahmen, die an die Bedingung geknüpft sind, dass sie in den Bereichen Finanzierung, Technologieentwicklung und -transfer sowie Kapazitätsaufbau mehr Unterstützung erhalten, als bisher bereitgestellt wurde. Allerdings haben sie sich in einigen Sektoren unzureichende Klimaschutzziele gesetzt, insbesondere in Bezug auf den Luft- und Seeverkehr, die weit hinter dem zurückbleiben, was erforderlich wäre, um das Temperaturziel des Pariser Abkommens zu erreichen. [74]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2364-2365. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Darüber hinaus gibt es Fälle, in denen die internationale Zusammenarbeit mit Handels- und Investitionsabkommen sowie Abkommen im Energiesektor die nationalen Bemühungen behindern. Die internationale Zusammenarbeit steigt zwar, doch bisher werden globale Fragen im Zusammenhang mit der Veränderung der Sonneneinstrahlung und der Beseitigung von Kohlendioxid nicht umfassend behandelt. [75]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2364-2365. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Investments und Finanzen

Finanzmittel zur Verringerung der Emissionen und zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen der Klimaveränderungen sind ein entscheidender Faktor für den kohlenstoffarmen Übergang. Grundlegende Ungleichheiten beim Zugang zu Finanzmitteln und deren Bedingungen sowie die Tatsache, dass die Länder den physischen Auswirkungen den Klimaveränderungen ausgesetzt sind, führen insgesamt zu einer Verschlechterung der Aussichten für einen globalen gerechten Übergang. Die Dekarbonisierung der Wirtschaft erfordert globale Maßnahmen zur Beseitigung grundlegender wirtschaftlicher Ungleichheiten. Für die Länder stellen die Kosten und Risiken der Finanzierung oft eine große Herausforderung dar. Diese Herausforderung wird durch die allgemeine wirtschaftliche Anfälligkeit und Verschuldung dieser Länder noch verschärft. Die steigenden finanziellen Kosten des Klimaschutzes und der Anpassung an Klimaschocks belasten viele Länder und verschlechtern deren Verschuldung und Kreditwürdigkeit. [76]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2519-2521. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Anpassung der Finanzströme hin zu niedrigen Treibhausgasemissionen kommt dabei nur langsam voran. Es besteht eine Klimafinanzierungslücke. Die bisherige globale Klimafinanzierung ist vor allem auf den Klimaschutz und Abmilderung ausgerichtet. Dabei werden die physischen Auswirkungen des Klimawandels vernachlässigt, die erhebliche wirtschaftliche Folgen und Auswirkungen auf die Finanzstabilität haben werden. Die zögerlichen Zusagen von Ländern und Akteuren zur verstärkten Klimafinanzierung spiegeln weder die dringende gesellschaftliche Notwendigkeit noch die wirtschaftliche Notwendigkeit für ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen wider. Das anhaltend hohe Niveau der öffentlichen und privaten Finanzierung von fossilen Brennstoffen gibt trotz vielversprechender jüngster Zusagen weiterhin Anlass zu großer Sorge. Dieses Verhalten wird durch politische Fehlentwicklungen und ökonomische Zwänge bestärkt, das nach wie vor ein besseres Risiko-Rendite-Profil bei den fossilen Brennstoffen sieht. Verzögerte Klimainvestitionen und -finanzierungen werden zu erheblichen vermeidbaren Kohlenstoffemissionen, gestrandeten Vermögenswerten und anderen zusätzlichen Kosten führen. Dies wird sich insbesondere auf die städtische Infrastruktur sowie den Energie- und Verkehrssektor auswirken. Um den Bedarf eines schnellen Klimaschutzes und die Bekämpfung der Auswirkungen zu decken, müssen die weltweiten Klimaschutzinvestitionen voraussichtlich um den Faktor 3 bis 6, in Entwicklungsländern sogar um den Faktor 4 bis 8 steigen. [77]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2519-2521. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Eine ehrgeizige globale Koordinierung der Klimapolitik und eine verstärkte (öffentliche) Klimafinanzierung im laufenden Jahrzehnt (2021-2030) können dazu beitragen, die makroökonomische Unsicherheit zu verringern und die Schuldenlast der Entwicklungsländer zu reduzieren. Sie kann auch dazu beitragen, die Kapitalmärkte neu auszurichten und die Herausforderungen zu bewältigen, die den Übergang zu wirtschaftlich soliden kohlenstoffarmen Projekten verhindern. Innovative Finanzierungsansätze könnten dazu beitragen, die systemische Unterbewertung von Klimarisiken auf den Märkten zu verringern und die Nachfrage nach Investitionsmöglichkeiten im Sinne von Paris zu steigern. Zu den Ansätzen gehören die Risikoreduzierung von Investitionen, robuste „grüne“ Kennzeichnungs- und Offenlegungssysteme sowie ein regulatorischer Schwerpunkt auf Transparenz und die Reform des internationalen Währungssystems für den Finanzsektor. [78]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2519-2521. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die folgenden politischen Optionen können langfristig einen wichtigen Nutzen für nachhaltige Entwicklung haben. [79]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2519-2521. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

  • Aufstockung sowohl des Umfangs als auch der Zusammensetzung der finanziellen und technischen Unterstützung und der Partnerschaften in einkommensschwachen und gefährdeten Ländern neben dem Zugang zu kohlenstoffarmer Energie in einkommensschwachen Ländern wie Afrika südlich der Sahara, das derzeit weniger als 5 % der globalen Investitionen erhält.
  • Eine weiterhin starke Rolle internationaler und nationaler Finanzinstitutionen, insbesondere standortbezogener regionaler und nationaler Entwicklungsbanken.
  • Die Verringerung des Risikos grenzüberschreitender Investitionen in kohlenstoffarme Infrastruktur, die Entwicklung lokaler Märkte für grüne Anleihen und die Angleichung klimapolitischer und nicht klimapolitischer Maßnahmen, einschließlich der Unterstützung für fossile Brennstoffe, im Einklang mit den Klimazielen.
  • Senkung der Finanzierungskosten, einschließlich der Transaktionskosten, und Bewältigung von Risiken durch Fonds und Mechanismen zur Risikoteilung für unterversorgte Gruppen.
  • Beschleunigte Finanzierung für naturbasierte Lösungen, einschließlich der Abschwächung im Waldsektor, und klimarelevanter sozialer Schutz.
  • Verbesserte Finanzierungsinstrumente für Verluste und Schäden, einschließlich Risikoverteilung.
  • Schrittweise Einführung von Kohlenstoffpreisen und schrittweiser Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe unter Berücksichtigung von Gerechtigkeitin und Zugang kohlenstoffarmer Atlernativen.
  • Geschlechtsspezifische und frauengestärkte Programme, die einen positiven Effekt auf die Wirtschaftlichkeit und Innovationen haben.

Innovation, Technologieentwicklung und -transfer

Technologische Innovationen können dazu beitragen die Klimaveränderungen entgegenzuwirken. Die flächendeckende Einführung von LEDs oder Photovoltaik wären ohne Innovationen bspw. nicht möglich gewesen. [80]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2677-2680. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Umsetzung der derzeitigen Vereinbarungen zur internationalen Zusammenarbeit bei der Entwicklung und dem Transfer von Technologien reichen allerdings nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen und zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. So hat beispielsweise das Fehlen einer systemischen Betrachtungsweise bei der Umsetzung einer umweltverträglichen Entwicklung nur zu einem geringen Technologietransfer geführt. Der nationale Kapazitätsaufbau war dabei allerding begrenzt und die Technologieentwicklung in den Entwicklungsländern selbst war minimal. [81]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2677-2680. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die (Entwicklungs-) Länder sind parallel mit den Herausforderungen der Klimaveränderungen und der nachhaltigen Entwicklung konfrontiert. Die gleichzeitige Bewältigung beider Herausforderungen stößt auf Schwierigkeiten. Zu den Hindernissen gehören sowohl bestehende Machtverhältnisse und Eigeninteressen, die die bestehenden Technologien kontrollieren und von ihnen profitieren wollen, als auch Verwaltungsstrukturen, die weiterhin nicht nachhaltige Produktions- und Konsummuster reproduzieren. Nachhaltige Lösungen erfordern jedoch die Einführung und Durchsetzung neuartiger Technologien, die den lokalen Bedürfnissen entsprechen und gleichzeitig die Ziele für nachhaltige Entwicklung erfüllen können. [82]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2677-2680. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Wandel im Kontext der nachhaltigen Entwicklung

Auch wenn die Übergangswege von Land zu Land unterschiedlich sind, dürften sie in vielen Bereichen der Gesellschaft eine Herausforderung darstellen. Der Klimawandel ist das Ergebnis jahrzehntelanger, nicht nachhaltiger Produktions- und Konsummuster sowie von Regierungsvereinbarungen und wirtschaftspolitischen Institutionen, die auf ressourcenintensive Prozesse angewiesen sind. Notwendig ist daher die vollständige Neuausrichtung unserer Lebensweise und Übergänge von nicht-nachhaltigen Systemen zu einer nachhaltigen Lebensweise zu schaffen. [83]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2817-2820. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Änderungen des Lebensstils, einschließlich Ernährungsumstellung und Verringerung der Lebensmittelverschwendung, haben mehrere Synergien mit dem Klimaschutz. In städtischen Gebieten kann es viele Synergien geben, deren Nutzung jedoch von der Gesamtplanung städtischer Strukturen und von lokal integrierten Maßnahmen abhängt, bei denen beispielsweise bezahlbarer Wohnraum und Raumplanung als Klimaschutzmaßnahme mit begehbaren städtischen Gebieten, grüner Elektrifizierung und sauberen erneuerbaren Energien kombiniert werden. Solche integrierten Optionen können auch den Druck auf landwirtschaftliche Flächen verringern, indem sie das Wachstum der Städte reduzieren und so die Ernährungssicherheit verbessern. Der Zugang zu Ökostrom kann außerdem die Qualität der Bildung fördern. [84]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2817-2820. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Grundsätze Gerechtigkeit, Gleichheit und Fairness ermöglichen im Allgemeinen den Übergang zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise. Maßnahmen, die den Übergang zu Nachhaltigkeit fördern und die den lokalen Kontext (einschließlich des ungleichen Zugangs zu Ressourcen, Kapazitäten und Technologien) im Entwicklungsprozess berücksichtigen, sind zwingend notwendig, aber nicht ausreichend, um global einen gerechten Wandel zu schaffen. Der Übergang kann durch konkrete Maßnahmen unterstützt werden, die nachhaltige Entwicklung auch in Bezug auf Gerechtigkeit, Gleichheit und Fairness auf den Klimaschutz abstimmen. Ziel muss es auch sein, Synergieeffekte zwischen Sektoren und Ländern im Sinne von Partnerschaften zu erzeugen, um letzlich die Effizienz zu erhöhen sowie den Energie- und Ressourcenverbrauch zu senken. [85]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2817-2820. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf

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Quellenangaben

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35, 36, 37, 38 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1164-1167. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf
39, 40, 42, 43, 44, 45 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1349-1352. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf
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46, 47, 48, 49 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Mitigation of Climate Change. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1506-1508. Verfügbar: https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf
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