Klimakatastrophe Teil 2 (IPCC WG II)

Klimakatastrophe Teil 2 (IPCC WG II)

Dieser Beitrag ist Teil 2 von 2 in der Artikelreihe Die Klimakatastrophe

Im zweiten Beitrag gehe ich auf die Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe II (WG II) des sechsten Sachstandbericht AR6 (auch Weltklimabericht genannt) des Weltklimarats ein. Die Wissenschaftler dieser Arbeitsgruppe stellen die regionalen und lokalen Auswirkungen sowie Folgen der Klimaerwärmung für natürliche Systeme und den Menschen heraus, bewerten die bisher getroffenen Anpassungsmaßnahmen und zeigen deutlich deren Grenzen auf. Der Bericht zeigt außerdem, dass es nahezu für alle gesellschaftlichen Bereiche, alle Regionen und alle Systeme weltweit notwendig ist, sich an die Klimaerwärmung und deren Auswirkungen anzupassen, um den Folgen der Klimaerwärmung in Zukunft nicht schutzlos ausgeliefert zu sein und um ein gesundes Leben für Mensch und Natur auf der Erde überhaupt noch ermöglichen zu können.

Begriffsklärung

Bevor ich die Kernaussagen des Berichts zusammenfasse, gehe ich kurz auf zwei wichtige Begriffe ein, die in dem Bericht immer wieder auftauchen. Zum einen wird immer wieder von klimaresilienter Entwicklung gesprochen, zum anderen werden zukünftige Folgen der Klimaerwärmung immer mit einem Risiko bewertet.

Klimaresiliente Entwicklung

Der Bericht der Arbeitsgruppe II beschäftigt sich mit den Folgen der Klimaerwärmung und mit der notwendigen sogenannten klimaresilienten Entwicklung. Resilienz kann mit Widerstandsfähigkeit übersetzt werden und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung folgendermaßen definiert:

Der Begriff der Resilienz wird in ver­schie­denen Wissen­schaften benutzt, unter anderem in der Physik, in der Sozio­logie und der Medizin. In der Material­kunde bezeichnet er Stoffe, die auch nach extremer Spannung wieder in ihren Ursprungs­zustand zurück­kehren. Über­setzt wird er häufig als „Wider­stands­fähig­keit“.
Bezogen auf den Menschen beschreibt Resilienz die Fähigkeit von Personen oder Gemein­schaften, schwierige Lebens­situa­tionen wie Krisen oder Katas­trophen ohne dauer­hafte Be­ein­träch­ti­gung zu über­stehen. Resilienz in Bezug auf den Klima­wandel bedeutet zum Beispiel, dass der Mensch lernt, mit den Risiken und Folgen der globalen Erwärmung zu leben, sein Verhalten daran an­zu­passen und künftigen Krisen vor­zu­beugen.

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung [1]Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Resilienz. Verfügbar: https://www.bmz.de/de/service/lexikon/70564-70564

Klimaresilienz ist also die Fähigkeit von Ökosystemen und menschlichen Strukturen nach einer Störung, z. B. nach einer Naturkatastrophe, ohne dauerhafte Beeinträchtigung wieder zum ursprünglichen Zustand zurückkehren zu können. Klimaresilienz beschreibt also die Fähigkeit Funktionen und Strukturen bei Störungen aufrechtzuerhalten sowie die Fähigkeit zur Transformation, also der Anpassung an sich ändernde Bedingungen. [2]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, p. 7. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Der Klimabericht zeigt auf, dass es sowohl für die Natur als auch für uns Menschen notwendig ist eine Klimaresilienz aufzubauen, um die zunehmenden Extremereignisse (Naturkatastrophen) ohne bleibende Schäden zu überstehen. Der Bericht stellt heraus, dass bereits heute deutliche Anpassungsmaßnahmen in der Natur zu beobachten sind. Er ruft auf der einen Seite dazu auf die Natur und deren Ökosysteme zu schützen, um deren lebenswichtigen Funktionen zu erhalten und dadurch die Resilienz natürlicher Systeme zu stärken. Auf der anderen Seite fordern die Wissenschaftler das menschliche Leben und Handeln weltweit auf Klimaresilienz auszulegen, um unsere Lebensweise an die Folgen der Klimaerwärmung anzupassen. Der Bericht führt auch aus, dass der Zeitraum für eine effektive nachhaltige Entwicklung schrumpft und dass es ab einem bestimmten Punkt nicht mehr möglich ist die negativen Folgen der Klimaerwärmung zu verhindern. [3]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 32-34. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Schaffen wir es nicht die Klimaerwärmung aufzuhalten und eine nachhaltige Entwicklung zu etablieren, werden weltweit die Armut, Hunger, Ungleichheit, politische Ungerechtigkeiten sowie die Naturkatastrophen mit unkalkulierbaren Risiko ansteigen, mit denen die Menschen nicht mehr umgehen können werden. Die Folge sind hohe Todeszahlen sowie Flucht und Vertreibung. Gelingt die Klimawende hingegen wird es weltweit höheren Wohlstand und höhere Gesundheit, weniger Armut, gesunde Ökosysteme, mehr Gleichheit und Gerechtigkeit sowie überwindbare Naturkatastrophen geben, weil sie ein kalkulierbares Risiko mit sich bringen und die Menschheit sich an diese anpassen kann. [4]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, p. 33. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Risiko

Ein weiterer Begriff, der immer wieder im Bericht auftaucht, ist das Risiko. Ganz allgemein betrachtet, ist ein Risiko eine Zukunft, die nicht eintreten soll. Je höher ein Risiko ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass es eintritt und desto schwerwiegender sind auch die Folgen.

Im Rahmen der Klimadiskussion ist das Risiko ein Instrument bzw. ein Rahmen, um die zunehmend schwerwiegenden, miteinander verbundenen und oft irreversiblen Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Ökosysteme, Biodiversität sowie die menschlichen Systeme zu verstehen und zu beschreiben. Die Bewertung von Risiken hilft außerdem dabei zu verstehen und darzulegen, wie die Folgen für gegenwärtige und zukünftige Generationen verringert werden können. [5]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 6-7. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Risiken selbst entstehen aus den klimabedingten Gefahren (wenn der CO2-Gehalt in der Atmosphäre steigt und so in der Folge Naturkatastrophen verstärkt), die den Folgen der Klimaerwärmung ausgesetzten Ökosysteme und Menschen sowie die Anfälligkeit dieser ökologischen und menschlichen Systeme gegenüber den Auswirkungen klimabedingter Veränderungen [6]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 6-7. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf. Mit anderen Worten ausgedrückt bedeutet das nur, dass wir Menschen mit unserer Lebensweise genau wie die Natur mit ihren Ökosystemen an ein Klima ohne Erwärmung und ohne zusätzliche Treibhausgase angepasst sind. Die Klimaerwärmung führt also zu Veränderungen, mit denen wir mit unserer heutigen Lebensweise nicht umgehen können sowie die Ökosysteme belasten und auf Dauer nicht vertragen. Daher ist eine Anpassung an die Klimaerwärmung und deren Folgen notwendig, wodurch Risiko und klimaresiliente Entwicklung gekoppelt sind. Der Klimabericht definiert in diesem Zusammenhang 127 Schlüsselrisiken.

Klimarisiken und Klimawirkungen

Risikobewertung

Die Wissenschaftler formulieren für die Klimaerwärmung fünf zentrale Folgen der Klimaerwärmung mit globalen Auswirkungen (sogenannte Reasons for Concerns, RFCs), die deutlich machen sollen wie wichtig die Begrenzung der globalen Erwärmung ist. In der folgenden Tabelle 1 habe ich die fünf Folgen und deren Risikobewertung nach Temperaturanstieg aufgeschlüsselt.

Dabei sei angemerkt, dass die Risikobewertung nicht als starre Einteilung zu verstehen ist. Grundsätzlich steigt mit jeder kleinen Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur auch jedes der fünf aufgeführten Risikolevel. Die Risikolevel sind daher nicht abgegrenzt und gehen fließend ineinander über. Die Risikobewertung ist immer bei der Temperaturschwelle angegeben, bei der das Risikolevel spätestens erreicht wird. Die Extremwetterereignisse erreichen beispielsweise spätestens bei 1,5°C ein hohes und spätestens bei 2,5°C ein sehr hohes Risikolevel (siehe Zeile (2) in Tabelle 1).

Die rot markierte Spalte (1,1°C) ist der Punkt, an dem wir uns gegenwärtig (2022) befinden.

  • (1) Das bedeutet gegenwärtig haben wir bereits ein hohes Risiko für einzigartige und bedrohte Ökosysteme. Viele Arten sind aufgrund der globalen Erwärmung in ihrer Existenz bereits bedroht oder ausgestorben.
  • (2) Bei den extremen Wettereignissen befinden wir uns im Übergang von einem moderaten zu einem hohen Risiko. Dies haben wir in den letzten Jahren verstärkt wahrgenommen, seien es vermehrte Dürren und Trockenperioden oder Überschwemmungen und heftige Stürme. Die Anzahl und Intensität dieser Extremwetterereignisse wird mit steigendem Risikolevel also weiter zunehmen.
  • (3) Bei den klimatischen Auswirkungen auf besonders gefährdete Gesellschaften und Menschen in Armut befinden wir uns bei einem moderaten Risiko. Wir sehen bereits heute, dass besonders der globale Süden (der viel ärmer als der globale Norden ist) von den Folgen der Klimaerwärmung betroffen ist und dieser häufig nicht die Mittel und Kapazitäten hat die Folgen und Kosten zu bewältigen.
  • (4) Bei den globalen Auswirkungen von Klimafolgen befinden wir uns ebenfalls bei einem moderaten Risiko. Die Zerstörung, Kosten und Todesopfer von Naturkatastrophen sind in den letzten Jahren gestiegen. Die verheerenden Buschbrände in Australien 2019/2020 haben z. B. über 1,2 Milliarden Tiere das Leben gekostet [7]WWF (World Wide Fund For Nature) (2020, Januar 7). 1,25 Milliarden tote Tiere in Australien. Verfügbar: https://www.wwf.de/2020/januar/125-milliarden-tote-tiere-in-australien.
  • (5) Bei dem fünften Risiko befinden wir uns ebenfalls bereits bei einem moderaten Risiko und im Übergang zu einem hohen Risiko. Z. B. beobachten wir das Auftauen der Permafrostböden im globalen Norden. Diese setzen durch das Auftauen eine gigantische Menge CO2 frei, wobei dieser Prozess irreversibel ist, da wir das Auftauen nicht aufhalten können, wenn die Klimaerwärmung zunimmt.
Steigendes Risiko für… <1,0°C1,1°C1,5°C 2,0°C 2,5°C 3,5°C 4,0°C 4,5°C
(1) einzigartige und bedrohte (Öko-) Systememoderathochsehr hoch
(2) extreme Wetterereignissemoderathochsehr hoch
(3) Negative Auswirkungen, die gefährdete Gesellschaften, benachteiligte und arme Menschen sowie sozio-ökologische Systeme überproportional treffenmoderathochsehr hoch
(4) globale Auswirkungen (Zerstörung, hohe Kosten, Todesopfer, Artenverlust)niedrigmoderathochsehr hoch
(5) großräumige Einzelereignisse / Kipppunktemoderathochsehr hoch
Tabelle 1: Steigendes Risiko bei steigender Klimaerwärmung für die fünf besorgniserregendsten Risiken der Klimakatastrophe. Die rot eingefärbte Spalte zeigt die Klimaerwärmung, die wir gegenwärtig (2022) bereits erreicht haben. [8]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2773-2774. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Beispiel: Das Risiko für extreme Wetterereignisse ist derzeit bereits im Übergang von einem moderaten zu einem hohen Risiko. Bei Erreichung einer Klimaerwärmung von 1,5°C ist das Risiko für Extremwettereignisse hoch, bei einer Erwärmung von 2,5°C bereits sehr hoch. Je höher das Risiko desto häufiger und verheerender werden zukünftige Extremwetterereignisse ausfallen. Daher muss es das Ziel sein diese Risiken so gering wie möglich zu halten.


Die Risiken (1), (2) und (5) beinhalten beim Risikolevel ’sehr hoch‘ irreversible Schäden wie das Aussterben bestimmter Spezies, Korallenriffzerstörung, Verlust kultureller Denkmäler und Verlust von kleinen Inseln aufgrund des Meereswasserspiegelanstiegs. Diese Schäden bleiben selbst dann permanent und irreversibel, wenn die Klimaerwärmung in einem Overshoot-Szenario nur kurzfristig das sehr hohe Risikolevel erreicht und sich langfristig einem niedrigeren Risikolevel annähert.

Gegenwärtige Auswirkungen der Klimaveränderungen

Die Klimaerwärmung der letzten Jahrzehnte hat großen Einfluss auf die natürlichen und die durch den Menschen geschaffenen Systeme mit langfristigen Auswirkungen auf die Ökosysteme und unsere Lebensweise.

Häufigere und extremere Niederschläge, intensivere Stürme und steigende Meeresspiegel zerstören weltweit immer häufiger großflächige Küstengegenden. Die Extremwetterereignisse verursachen unkalkulierbare Schäden und Kosten und senken darüber hinaus das Wirtschaftswachstum erheblich. Davon sind Entwicklungsländer viel stärker betroffen als Industriestaaten.
Durch stärkere und häufigere Wetterextreme und Stürme ist die Anzahl von unfreiwillig Vertriebenen und Geflüchteten gestiegen. Klimavariabilität und -extreme sind mit einem erhöhten Auftreten von Konflikten und organisierter Gewalt verbunden. Betroffen davon sind Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und einer hohen Abhängigkeit von der Landwirtschaft sowie schwacher politischer Systeme.
Die Klimaerwärmung führt zu Dürren und zu steigenden Ernteausfällen und daher vielerorts zu Unter- und Fehlernährung – vor allem in Afrika. Außerdem ist bereits heute die Sterblichkeit durch Hitzestress viel höher als noch vor einigen Jahrzehnten und die Verbreitung von Krankheitserregern, die für warme Klimaten bekannt sind, wandern immer weiter nordwärts und breiten sich aus. So wird der globale Norden zunehmend mit Krankheiten konfrontiert, die er nicht gewöhnt ist und an denen die Immunsysteme der dort lebenden Bevölkerung nicht angepasst sind. [9]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2769-2774. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Anpassungsmaßnahmen durch den Menschen, um Städte, Wirtschaft und die Lebensweise resilienter gegen Klimaveränderungen zu machen sind möglich und auch notwendig. Allerdings sind Anpassungen nur in begrenztem Rahmen möglich, wobei die Folgen und Kosten einer ungebremsten Klimaerwärmung nicht absehbar sind und diese nicht abgefangen werden können. Das bedeutet die Auswirkungen und Folgen einer ungebremsten Klimaerwärmung sind so gewaltig, dass diese durch keine Regierung und keine Wirtschaftsstärke bewältigt werden können.
Genauso hat auch die Natur nur einen begrenzten Spielraum sich den disruptiven Klimaveränderungen anzupassen. Sind die Veränderungen zu groß, werden Arten verschwinden, Vegetation zurückgehen, Boden degradieren und unfruchtbar sowie Ökosysteme zusammenbrechen. [10]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2769-2774. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Aktuell steuert die Erde (leider) auf eine 3°C bis 4°C starke Erwärmung zu, was die Anpassungsfähigkeiten aller Systeme (ökologische wie gesellschaftliche) übersteigt. Bei einem weiter wie bisher Szenario sind sogar über 5°C Klimaerwärmung möglich. [11]Umweltbundesamt (2022, April 7). Beobachtete und künftig zu erwartende globale Klimaänderungen. Verfügbar: https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/beobachtete-kuenftig-zu-erwartende-globale#-ergebnisse-der-klimaforschung-

Schlüsselrisikogruppen

Ein Schlüsselrisiko wird als potenziell „schwerwiegendes“ Risiko definiert, d. h. das sie für die Deutung gefährlicher anthropogener (=menschlicher) Eingriffe in das Klimasystem relevant sind. Schlüsselrisiken decken Skalen von lokal bis global ab, sind in bestimmten Regionen oder Systemen besonders ausgeprägt und für gefährdete Untergruppen, insbesondere Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen, und bereits gefährdete Ökosysteme besonders groß und schwerwiegend. Der Weltklimabericht nennt die folgenden acht Schlüsselrisikogruppen, die global in allen Regionen der Welt von der Klimaerwärmung bedroht sind. [12]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2769-2774. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

  • Terrestrische und ozeanische Ökosysteme
  • kritische Infrastrukturen
  • Ökologische Netzwerke und Dienste
  • Lebensstandards
  • Menschliche Gesundheit
  • Nahrungsversorgungssicherheit
  • Wasserversorgungssicherheit
  • Frieden und Mobilität

Diese Schlüsselrisikogruppen werden bei einer ungebremsten Erwärmung sehr schwerwiegend und allgegenwärtig für Mensch und Natur sein, insbesondere dann, wenn der Mensch und die Natur sich nicht an die Veränderungen anpassen können. Schwerwiegend negative Auswirkungen wird es für Infrastrukturen, Gesundheit, Sterblichkeit durch Hitze, tief liegende Küstenregionen, wirtschaftliche Produktion und die allgemeine Lebensgrundlage vieler Menschen haben. Außerdem sinkt weltweit die Versorgungssicherheit mit Nahrung und Wasser, wodurch in vielen Ländern bewaffnete Konflikte zunehmen werden. Die Schlüsselrisiken werden sich bis zum Ende des Jahrhunderts außerdem gegenseitig verstärken und die Folgen verheerender machen. Einige der Schlüsselrisiken werden auch bei einer Begrenzung der Klimaerwärmung unter 2°C schwerwiegende Folgen haben und zu steigender Armut, Artensterben und Wasserknappheit führen. [13]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2769-2774. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Unterschätzte Folgen der Klimaerwärmung

Den Menschen in den Industriestaaten, auch in Europa, sind die Folgen der Klimaerwärmung bisher noch nicht richtig bewusst. Auch wenn eine zunehmende Berichterstattung das Thema in den Alltag der Bevölkerung bringt, wird von vielen Menschen unterschätzt, was die Klimaerwärmung bedeutet [14]Umweltbundesamt (2021, Januar 28). Viele Unternehmen unterschätzen Risiken des Klimawandels. Verfügbar: https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/viele-unternehmen-unterschaetzen-risiken-des[15]Hessische Niedersächsische Allgemeine (2019, November 5). Forscher warnen: Ausmaß des Klimawandels wird unterschätzt. Verfügbar: https://www.hna.de/welt/studien-ausmass-klimawandels-wird-unterschaetzt-zr-607198.html[16]n-tv (2021, Juli 16). Klimaanpassung unumgänglich: Forscher: Klimawandel-Folgen unterschätzt. Verfügbar: https://www.n-tv.de/wissen/Forscher-Klimawandel-Folgen-unterschaetzt-article22685423.html. Da wir in Europa in relativem Reichtum leben, können wir die bisherigen Naturkatastrophen und Folgen der Klimaerwärmung noch gut bewältigen. Bereits heute gibt es jedoch Regionen, in denen das Massensterben von Arten oder Lebensmittel- und Wasserknappheit als Folge der Klimaerwärmung massive Probleme darstellen. Diese und weitere Folgen wie Hitzetode und Dürren werden bis 2050 viele weitere Millionen Menschen weltweit zu spüren bekommen – auch wir in Europa. Überschwemmungen und extreme Hitze nehmen bereits heute in Deutschland zu und beides wird in den kommenden Jahrzehnten schwerwiegender.

Im Folgenden zähle ich die jüngsten Berichte zu den Folgen (Stand 2022) von Katastrophen auf, die auf die Klimaerwärmung zurückzuführen sind. Diese Liste ist auf keinen Fall repräsentativ oder vollständig. Da es sich nur um gesammelte Artikel handelt, ist die tatsächliche Anzahl höher. Die Auflistung soll jedoch zeigen, dass wir Menschen aufgrund der Klimaverändeurngen heute schon vor großen Problemen stehen, die in der Zukunft nur schlimmer und irgendwann nicht mehr bewältigbar werden. Die Liste zeigt Berichte aus den letzten Monaten. Alleine die (nicht vollständige) Anzahl, die beschriebenen Auswirkungen und Kosten machen deutlich, dass beim Thema Klima globaler Handlungsbedarf für eine klimaresiliente Entwicklung besteht, der keinen Aufschub duldet.

  • Die Klimaveränderungen kosten die G-20-Staaten Milliarden. Im Jahr 2050 werden die Staaten etwa 4 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung pro Jahr einbüßen, bis 2100 wird dieser Wert auf 8 Prozent ansteigen. [17]https://www.spektrum.de/news/klimawandel-kostet-deutschland-und-andere-g-20-staaten-milliarden/1941946
  • Hitzewellen könnten in Deutschland zwischen 2036 und 2065 14 mal häufiger auftreten. [18]https://www.spektrum.de/news/klimawandel-kostet-deutschland-und-andere-g-20-staaten-milliarden/1941946
  • Das Abschmelzen des Eises in kalten Regionen verändert das Wetter in warmen Regionen und kann damit Großbrände begünstigen. [19]https://www.spektrum.de/news/klimawandel-ohne-eis-mehr-feuer-im-westen/1942372
  • Die Dürre im Westen Nordamerikas im Jahr 2022 ist durch die Klimaerwärmung viel stärker als sie es ohne Klimaveränderung wäre. Dadurch ist dies die trockenste Zeit seit 1200 Jahren in dieser Region. [20]https://www.spektrum.de/news/klimastatistik-klimawandel-macht-duerre-zur-megaduerre/1988140
  • Die Meere entlang der US-Atlantikküste sind im 20. Jahrhundert so stark angestiegen wie seit 2000 Jahren nicht mehr. Dadurch werden zukünftig Gebiete unter Überschwemmungen leiden, die bisher noch nicht davon betroffen waren und daher auch nicht darauf vorbereitet sind. [21]https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/meeresspiegel-usa-klimawandel-101.html
  • Die Regenwälder im Norden Australiens leiden unter der Klimaerwärmung und sterben. Sie gehören zu den ältesten Regenwäldern der Welt. [22]https://www.spektrum.de/alias/bilder-der-woche/klimawandel-wo-die-baeume-schneller-sterben/2021551
  • Die Klimaerwärmung ist eines der Hauptrisiken für Frieden und Sicherherit auf der ganzen Welt. Auf eine solche Zeit, in der Frieden durch Versorgungsknappheiten und durch andere Klimafolgen gefährdet sind, sind Entscheidungsträger und Regierungen nicht vorbereitet. [23]https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/menschen-schicksale/id_92237292/sipri-bericht-friedensforscher-zeichnen-ein-duesteres-zukunftsszenario.html
  • Die Rekordhitze in Europa und die extreme Hitze in Indien mit unmenschlichen Temperaturen von über 50 Grad, bei denen ein Leben so gut wie nicht mehr möglich ist, sind Auswirkungen der Klimaerwärmung. [24]https://www.faz.net/aktuell/wissen/f-a-z-wissen-der-podcast-ist-das-hoellenwetter-noch-normal-18058959.html[25]https://www.tagesschau.de/ausland/hitzewelle-in-indien-101.html
  • Mehr als 800.000 Menschen fliehen aufgrund von Dürre in und aus Somalia. [26]https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-06/somalia-duerre-fluechtlinge-ostafrika
  • Die Dürre in Norditalien führt zu Wasserknappheit. Der Lago Maggiore ist nur zu einem Viertel gefüllt. Die Bewässerung der Landwirtschaft und die Produktion von Wasserkraftwerken ist dadurch eingebrochen. Das Trinkwasser muss stellenweise rationiert werden. [27]https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/duerre-in-italien-in-den-lago-maggiore-fliesst-zu-wenig-wasser-18117986.html[28]https://www.zeit.de/green/2022-07/wasserknappheit-trockenheit-wasserverbrauch-wasserversorgung
  • Dürren und Hitzewellen steigen in Deutschland erheblich, wodurch die Waldbrandgefahr stark zunimmt. [29]https://www.fr.de/wissen/feuerland-deutschland-91628666.html?cmp=defrss
  • Deutschland verzeichnet in den Jahren 2018 bis 2020 mehr als 19.000 Hitzetote. [30]https://www.tagesschau.de/inland/hitzetote-105.html
  • Städte erhitzen sich stärker als das Umland. Daher müssen Städte in Zukunft an die Klimaerwärmung angepasst werden, um Kühlungseffekte zu erzielen. Andernfalls wird die Sommerhitze nicht ertragbar sein. [31]https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/wie-sollten-sich-staedte-auf-den-klimawandel-vorbereiten-18126056.html
  • Fluten treten vermehrt auf und treffen vor allem arme Regionen. Die Folgenbekämpfung kostet viel Geld und diese Regionen sind auf Hilfe der reichen Staaten angewiesen. [32]https://www.tagesschau.de/inland/hitzetote-105.html
  • China hat 2022 gleich zwei Extremwetterereignisse gleichzeitig: Extreme Hitze mit Temperaturen von über 40 Grad und großflächige Überschwemmungen. [33]https://www.tagesschau.de/ausland/asien/hitze-ueberschwemmungen-klima-china-101.html
  • Waldbrände in Kalifornien bedrohen die Mammutbäume in den Nationalparks und zerstören 950 Hektar Waldfläche. [34]https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2022-07/kalifornien-waldbrand-yosemite-nationalpark-riesenmammutbaeume

Überblick zu regionalen Schlüsselrisiken

Im Folgenden gebe ich einen schnellen Überblick zu den regionalen Risiken, die die fortschreitende Klimaerwärmung verstärkt. In diesem Überblick ist auffällig, dass ein Großteil der Risiken in allen Regionen ähnlich oder identisch sind, weshalb ich sie als globale Risiken zusammengefasst habe. Die Risiken sind alle der Quelle [35]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 11-19. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf entnommen.

Die darauffolgenden Abschnitte gehen dann auf die regionalen Klimaauswirkungen, die Auswirkungen auf die verschiedenen (gesellschaftlichen und wirtschaftlichen) Sektoren sowie auf besonders betroffene Lebensräume ein.

Global (alle Regionen)

  • Biodiversitätsverlust und Gefahr von einem Massenaussterben verschieder Arten
  • Wasserknappheit durch austrocknende Wasserreservoire, schlechte Wasserqualität und Dürren in Städten
  • Ernteverluste und sinkende Versorgungssicherheit durch Biodiversitätsverlust, Dürren und Bodendegradation
  • Tier- und Viehproduktivitätsverlust durch Hitzestress, Krankheiten, sinkende Produktivität, steigende Sterblichkeit
  • Sinkende Fischereierträge durch Biodiversitätsverlust
  • Anstieg von Infektionskrankheiten u. a. durch verunreinigtes Wasser
  • Anstieg von Todeszahlen durch Hitze, Wildfeuer, Arbeiten im Freien, Fehlernährung, Unterernährung
  • Steigende psychische Erkrankungen durch Extremwetterereignisse und Häufung von Katastrophen
  • Flucht und Vertreibung durch Wetterextreme
  • Steigende Häufigkeit von Inlandsfluten und flutbedingte Zerstörung durch Flüsse, Starkregen und Bodenversiegelung
  • Steigende Anzahl von Fluten, Stürmen und Zerstörung in Küstenregionen durch Zyklone, Meeresspielanstieg, Sturmfluten
  • Zerstörung von Infrastruktur
  • Zerstörung von Wirtschaftsleistung aufgrund großflächiger Katastrophenereignisse und Zerstörungen

Afrika

  • Aussterben von Spezies
  • irreversibler Verlust von terrestrischen und marinen Ökosystemen sowie Frischwasser
  • Sinkendes ökonomisches Wachstum und Produktivität
  • Steigende Armut und Ungleichheit
  • Risiko für Energie- und Nahrungssicherheit aufgrund von Dürre und Hitze

Asien

  • Zerstörung städtischer Infrastruktur
  • Sinkendes Wohlbefinden und sinkende Gesundheit durch Fluten
  • häufigere und längerandauernde Korallenbleiche und steigendes Korallensterben aufgrund von Versauerung, Temperaturanstieg, Hitzewellen, Ressourcenabbau und steigende Meeresspiegel
  • Sinkende Küstenfischerei durch steigende Meeresspiegel, sinkende Niederschläge und höhere Temperaturen

Australasien

  • Verlust von Korallenriffen und Ökosystemleistungen
  • Verlust und Zerstörung von Infrastruktur und biologischen Systemen in niedrig gelegenen küstennahen Gebieten
  • Wohlstands- und Einkommensverluste durch sinkende Produktivität
  • Steigende Anzahl von Hitzetoten bei Menschen und Tieren
  • Verlust des alpinen Lebensraums aufgrund sinkender Schneemengen

Europa

  • Beeinträchtigung, Verlust und Zerstörung von Menschenleben und Wirtschaftsleistung durch Fluten
  • Steigender Stress und steigende Sterblichkeit durch Hitze und Wetterextreme

Kleine Inseln

  • Verlust von Ökosystemleistungen
  • Wirtschaftseinbußen im Tourismus
  • Verlust von Riffen und Lebensräumen für viele Arten

Nordamerika

  • Verschlechterung und Zerstörung von marinen und terrestrischen Küstenökosystemen
  • Verlust natürlicher Schutzfunktionen
  • sinkender Gesundheitszustand der Gesellschaft

Zentral- und Südamerika

  • Steigende Anzahl von Epidemien und Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung
  • Artenverlust durch Korallenbleiche und Verlust von Korallenriffen
  • Gefahr von Hungersnöten durch häufige und extreme Trockenheit

Auswirkungen der Klimaerwärmung auf Sektoren

Die Wissenschaftler haben die Auswirkungen der Klimaerwärmung und die damit einhergehenden Folgen auf die wichtigsten ökologischen und gesellschaftlichen Sektoren untersucht. Diese Sektoren sind entscheidend für die menschliche Lebensgrundlage, wodurch das Funktionieren dieser Sektoren gesamtgesellschaftlich von großer Wichtigkeit ist.

Terrestrische und Süßwasserökosysteme

Auswirkungen

Die Klimaerwärmung hat direkte Auswirkungen auf die terrestrischen Ökosysteme. Über 12.000 Arten weltweit zeigen schon Veränderungen, die auf die Klimaveränderungen zurückzuführen sind und daher als natürliche Klimaanpassungsmaßnahme betrachtet werden kann. Über 4.000 verschiedene Arten haben z. B. ihre Verbreitungsgebiete in höhere Breiten oder Höhenlagen verlagert, um den wärmeren Temperaturen zu entgehen. [36]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 142-147. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Wassertemperaturen in Flüssen ist um 1°C pro Dekade und in Seen um 0,45°C pro Dekade gestiegen. Schnee- und Eisbedeckung hat um 25% abgenommen und die Auftretensdauer hat sich bis heute um 2 Wochen im Jahr verkürzt. Außerdem hat die Sauerstoffkonzentration im Wasser abgenommen. Die Bildung von Algen, Plankton und weiterer Biomasse hat zugenommen, wodurch die Wasserqualität abnimmt. [37]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 142-147. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Viruskrankheiten, Pilzerkrankungen und Wurmerkrankungen der Tierwelt wandern polwärts und treten außerdem auch in größeren Höhen (z. B. in Nepal) auf. Dies hat negative Auswirkungen auch für den Menschen. Waldschädlinge breiten sich ebenfalls aufgrund wärmerer Winter weiter aus. Durch die längeren Sommer und die milderen Winter gibt es inzwischen mehrere Schädlingsgenerationen pro Jahr, sodass der Wald einer größeren Belastung ausgesetzt ist. [38]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 142-147. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Das klimabedingte Populationssterben hat außerdem massiv zugenommen. Es gibt in Gewässern z. B. immer häufiger tote Fischschwärme in Seen.
Die von Waldbränden verbrannten Landfläche hat sich gegenüber dem natürlichen Niveau verdoppelt. Durch die Brände werden die Ökosysteme sowie das enthaltene Leben zerstört und zurück bleiben nur tote Regionen. Gegenüber 1979 hat sich die Dauer von Waldbränden und Wildfeuern um 25% verlängert. Die Feuer machen etwa ein Drittel der weltweiten Ökosystem-CO2-Emissionen aus. Die Baumsterblichkeit hat auch ohne Waldbrände je nach Region um bis zu 20% zugenommen. [39]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 142-147. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Klimaerwärmung beeinträchtigt auch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschheit und verschlechtert die Lebensgrundlage unserer Gesellschaften. Zu den Dienstleistungen der Natur, von denen die Menschen abhängig sind, gehören: Klima- und Wetterregulierung, Produktion von Trinkwasser und Nahrung, Bestäubung von Nutzpflanzen und Tourismus. [40]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 142-147. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Risiken

Durch eine zunehmende Klimaerwärmung in den nächsten Jahrzehnten werden die beschriebenen Auswirkungen gravierender. Bei einer Erwärmung um 5°C könnten global etwa 60% aller Arten aussterben. bei einer Erwärmung von 2°C bis 4°C könnte die verbrannte Landflächen durch Wildfeuer global 40% ausmachen. Die Häufigkeit von Waldbränden steigt außerdem um 30% und führt zu Trinkwasserknappheit. [41]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 142-147. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Ökosysteme wie Regenwälder und Permafrostböden haben etwa 3500 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Das sind 3 bis 5 mal so viel wie in fossilen Ressourcen stecken oder 4 mal so viel wie sich derzeit in der Atmosphäre der Erde befindet. Das Absterben von Wäldern und das Auftauen der Permafrostböden sind Kipppunkte, die zukünftig enorme Mengen CO2 freisetzen können. Diese Freisetzung wäre im Gegensatz zum menschenverursachten Ausstoß nicht mehr kontrollierbar und führt zu extremen Temperaturanstiegen in der Zukunft. Langfristig setzen diese Prozesse mehr Kohlenstoff frei als die Menschheit in ihrer gesamten Geschichte selbst freigesetzt hat. Ein solches Szenario wäre irreversibel und nicht aufzuhalten. [42]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 142-147. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Ozeane und Küstenökosysteme

Auswirkungen

3,3 Milliarden Menschen sind heute abhängig von der Nahrung aus den Ozeanen, wobei dieser 20% ihres tierischen Proteinverbrauchs deckt. Die Klimaerwärmung setzt die Ozeane und Küstenregionen für Jahrtausende beispiellosen Bedingungen aus. Physikalische und chemische Prozesse verändern saisonale Aktivitäten und die Verteilung der marinen Organismen. [43]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 379-383. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Erwärmung, Übersäuerung und der Sauerstoffmangel verändern die marinen Lebensgemeinschaften und führen zum Verlust von Lebensraum und zur Verkleinerung von Populationen bis hin zur Ausrottung und dem Aussterben von ganzen Arten. Die Oberflächenerwärmung der Ozeane seit den 1950er Jahren sorgt zuem für eine polwärtige Verschiebung der Populationen. Im Durchschnitt beträgt die Wanderung der Organismen etwa 59 Kilometer pro Jahrzehnt. [44]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 379-383. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Meereshitzewellen dauern Wochen bis Monate und strapazieren die Lebensräume und Spezies über ihre Toleranz hinaus. Massenaussterben z. B. entlang der Westküste der USA und der Ostküste Australiens zeigen, dass Hitzewellen in Ozeanen zu massivem Biodiversitätsverlust führt, für dessen Regeneration es viele Jahrzehnte benötigt. Davon ist die lokale Fischerei massiv betroffen, sodass die marinen Hitzewellen auch direkt Konsequenzen für den Menschen hat. [45]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 379-383. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Zudem wird der Fischfang immer aufwendiger, da Fischer immer weiter aufs Meer hinaus fahren müssen, um an die Fischbestände zu gelangen. Hinzu kommt, dass die Nahrungsmittel zunehmend verunreinigt sind und eine hohe Schadstoffbelastung aufweisen. Die Überfischung, Bebauung und Verschmutzung üben einen zusätzlich hohen Druck auf die marinen Ökosysteme aus, was die Widerstandskraft gegenüber klimatischen Veränderungen stark verringert. Es gibt bereits heute tote Zonen an mehreren Küsten, in denen aufgrund eines toten Ökosystems und schlechter Wasserqualität kein Leben mehr möglich ist. Außerdem versalzen die Böden, Ökosysteme und das Grundwasser. Der Klimaveränderungen haben daher bereits riesige Auswirkungen auf den Menschen. [46]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 379-383. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Zerstörung von Ökosystemen wie Mangrovenwäldern und Korallenriffen erhöht an Küsten die Gefahr von starken Überschwemmungen. Hinzu kommt der Anstieg des Meeresspiegels der zusätzlich Extremfluten begünstigt und alle Menschen, die küstennah wohnen in Zukunft sehr viel häufiger bedroht. Das führt zu steigenden Kosten im Hochwasserschutz und bei den Wiederaufbaumaßnahmen. [47]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 379-383. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Risiken

Selbst bei einer Begrenzung der Klimaerwärmung auf 2°C wird das Arten-Aussterben nicht abnehmen. Eine Erwärmung von mehr als 2°C birgt außerdem das enorme Risiko eines Aussterbens mariner Lebensarten und dem Zusammenbruch der marinen Ökosysteme. Paläontologische Forschungen zeigen, dass ein globaler Temperaturanstieg von über 5°C ein weltweites Massenaussterben verursachen kann. [48]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 379-383. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Wasser

Auswirkungen

Wasser ist die lebenswichtigste Ressource für uns Menschen. Eine sichere Wasserversorgung ist entscheidend für eine stabile Gesellschaft und eine nachhaltige Entwicklung. Ohne eine geeignete Wasserversorgung hat ein Land keine Möglichkeit nachhaltig zu wirtschaften. Das Ziel muss daher eine klimaresiliente Entwicklung der Wasserversorgung und -reservoire sein.
Doch die Wasserversorgung ist durch die Klimaveränderungen stark gefährdet, sodass derzeit 4 Milliarden Menschen mindestens 1 Monat pro Jahr an Wasserknappheit leiden. Zum einen wegen Trockenheit zum anderen aber auch aufgrund von Überschwemmungen, die das Trinkwasser verunreinigen.
Seit den 1970er Jahren sind 44% aller Katastrophenereignisse durch Hochwasser hervorgerufen worden, die 31% aller durch Naturkatastrophen hervorgerufenen wirtschaftlichen Verluste ausmachten. Extreme Trockenheit machte im gleichen Zeitraum hingegen nur 7% aller Katastrophenereignisse aus, führten jedoch zu 34% der durch Extremwetterereignisse verursachten Todesopfer, wobei Afrika am stärksten betroffen ist. [49]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 616-619. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

700 Millionen Menschen leben in Regionen, die seit den 1950er Jahren länger werdende Trockenperioden erfahren. Gleichzeitig leben 709 Millionen Menschen in Regionen, die eine steigende Anzahl von Starkniederschlägen erlebt. Es sind also heute schon über 1,4 Milliarden Menschen direkt von den klimabedingten Schwankungen der Wasserversorgung und des Wasserangebots betroffen. [50]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 616-619. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Zwischen 1983 und 2009 erlitten drei Viertel der weltweiten Ernteflächen (=4,5 Millionen Hektar) eine Dürre, was zu wirtschaftlichen Verlusten von 166 Milliarden Dollar führte. Die Beanspruchung der Böden, die Klimaerwärmung und die Wasserverunreinigungen sind die Hauptgründe für sinkende Frischwasserreservoire weltweit. Hinzu kommt, dass Extremwetterereignisse wie Fluten und Extremniederschlägen zu steigenden Ausbrüchen und Verbreitung von Krankheiten führt. [51]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 616-619. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Bei einer Erwärmung von 2°C bis 4°C werden zukünftig 3 bis 4 Milliarden Menschen von Wasserknappheit betroffen sein. Aufgrund sinkender Wasserabflüsse aus Gebirgs- und Schneereichenregionen wird die Wasserversorgung und die Wasserqualität in urbanen Gebieten sinken. Als Folge wird die unzureichende Wasserversorgung das weltweite Bruttoinlandsprodukt um etwa 0,49% senken. [52]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 616-619. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Das Risiko für Dürren wird im 21. Jahrhundert global zunehmen. Ist gegenwärtig nur etwa 3% aller Wasserspeicherreservoirs von Dürren betroffen, wird dies bis zum Ende des Jahrhunderts etwa 8% der Trinkwasservorräte betreffen. Auf der anderen Seite wird die Niederschlagsintensität zunehmen, wodurch die Häufigkeit lokaler Hochwasser bei einer Klimaerwärmung von 4°C um 4 bis 5 mal höher liegt. [53]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 616-619. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Risiken bei Begrenzung auf 1,5°C

Bei einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf zwischen 1,5 und 3,0°C verdoppelt sich das Überschwemmungsrisiko in Küstenregionen. Bei einer Erwärmung von unter 2°C führen die Überschwemmungsschäden bereits zu einem 1,2 bis 1,8-fachen Anstieg des BIP-Verlustes. Das bedeutet, das globale Bruttoinlandsprodukt wird durch die Auswirkungen von Überschwemmungen reduziert, selbst dann, wenn die Klimaerwärmung auf 2°C limitiert wird. [54]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 616-619. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Landwirtschaftsflächen werden bei einer Erwärmung von 1,5°C mindestens doppelt so oft von extremen Dürren betroffen sein, während die Wahrscheinlichkeit bei einer Erwärmung von 4°C bereits um 400% steigt. Dadurch werden globale Ernteausfälle und Nahrungsmittelknappheit mit jedem Grad Erwärmung immer wahrscheinlicher. [55]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 616-619. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Wasserknappheit wird auch global die Anzahl von Migranten erhöhen, wodurch die Anzahl der Asylsuchenden in der EU auf das siebenfache ansteigen wird. [56]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 616-619. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Nahrung und Ökosystemprodukte

Neben der zukünftigen Wasserversorgung sollte die Nahrungsversorgung von Milliarden von Menschen im Hinblick auf die Klimaerwärmung zu denken geben, da auch dieser Sektor massiv von den Klimaveränderungen beeinträchtigt ist und noch wird. Ernteerträge von Lebensmitteln aber auch von Holz sind durch höhere Temperaturen und stärkere Methan- und Ozonkonzentrationen heute schon beeinträchtigt. Die Lebensmittelqualität und die Erntestabilität sinkt zudem mit steigenden Temperaturen. [57]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 829-832. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Seit 1950 sind die Ernteausfälle spürbar gestiegen. Zukünftig werden die Lebensmittelpreise durch Fluten, Dürren und marine Hitzewellen steigen und die globale Versorgungssicherheit von Lebensmitteln weiter sinken. Aktuelle globale Anbau- und Nutzflächen zur Lebensmittelproduktion werden durch die Klimaveränderungen zunehmend klimatisch ungeeignet. Bei einer Erwärmung um 4,4°C bis zum Jahr 2100 sind davon 30% aller Nutzflächen betroffen. Bei unter 2°C sind es noch 8%. [58]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 829-832. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Langfristig wird auch die Nährstoffdichte der Ernten sinken. Das heißt der Nährstoffgehalt von 1 kg Getreide wird sinken, wodurch die Anbaumengen wiederum erhöht werden müssen, um den Verlust auszugleichen. Dadurch steigt jedoch die Bodenbelastung weiterer Flächen. Die Zahl unterernährter Menschen wird außerdem durch die globale Erwärmung weiter steigen. [59]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 829-832. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Durch die steigenden Temperaturen und extremeren Sommer werden Outdoor-Arbeiten und Nutzvieh zunehmend Hitzestress ausgesetzt, wodurch die Arbeitskapazität und die Gesundheit von Menschen und Tieren sowie die Milch- und Fleischproduktion sinken werden. In einigen Regionen der Welt wird die Produktion und Arbeit an 250 Arbeitstagen im Jahr Hitzestress ausgesetzt sein. Dies führt zu sinkenden Erträgen und steigenden Kosten für Lebensmittel. Hinzu kommt, dass die für die Bestäubung der Pflanzen wichtigen Insektenpopulationen weltweit zurückgehen, wodurch wiederum Kosten steigen und Erträge sinken. Die Verbreitung von Schädlingen und Krankheiten wird darüber hinaus Wälder und Landwirtschaftserträgen zusetzen, Kosten erhöhen und den Biodiversitätsverlust verstärken. [60]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 829-832. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Produktivität von Fischerei und Aquakulturen wird ebenfalls abnehmen, da allein die Biomasse von Meerestieren um 5% bis 17% abnehmen wird. Steigende Meeresspiegel und veränderte Niederschläge führen außerdem zu mehr Küstenüberschwemmungen und zu einem höheren Wasserverbrauch. [61]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 829-832. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Nahrungssicherheit ist außerdem auch durch Pilzerkrankungen sowie andere Krankheitserreger gefährdet, die sich bei höherer Feuchtigkeit und Temperatur ausbreiten. Überschwemmungen führen außerdem zu einer starker Kontaminierung von Lebensmitteln. [62]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 829-832. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Städte und Infrastruktur

Die Größe dicht bebauter Gebiete wie Städte und Metroppolregionen wachsen seit Jahrzehnten an. [63]Dieter Schnaas und Christopher Schwarz (2010, April 21). Wachsende Metropolen: Das Drama der Megastädte. Verfügbar: https://www.n-tv.de/wissen/Forscher-Klimawandel-Folgen-unterschaetzt-article22685423.html. Für die globale Erwärmung ist das ein Problem, da sich die versiegelten Flächen überproportional stark erhitzen. Daher sind Städte immer wärmer als das Umland und dort lebene Menschen stärker von Hitzestress betroffen. Die versiegelten Flächen haben zudem den weiteren Nachteil, dass Wasser bei starken Niederschlägen nicht versickern und ausreichend abfließen kann. Die Kanalisationen der meisten Großstädte ist heute nicht an die stark steigenden Wassermassen von Extremniederschlägen angepasst. Hitzestress und Überschwemmungen treffen Menschen in urbanen Regionen daher stärker als Menschen im Umland und sie können den Folgen nicht entkommen.
Zudem werden auch bei einer Begrenzung der Klimaerwärmung auf unter 2,0°C bis zu 410 Millionen in Städten lebende Menschen von Wasserknappheit betroffen sein. [64]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1114-1117. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Gesundheit und Gesellschaft

Die menschliche Gesundheit und die gesamtgesellschaftliche Gesundheit und deren Wohlbefinden sind durch die Klimaerwärmung stark gefährdet. Eine steigende Anzahl von Krankheiten, Unterernährung in allen erdenklichen Formen, vorzeitige Tode sowie die Abnahme der mentalen Gesundheit werden Auswirkungen der Klimafolgen sein. Konkret wird die Verbreitung des Dengue-Fiebers durch Hitze, Durchfallerkrankungen einschließlich Cholera durch Starkregenereignisse und Überschwemmungen, Borreliose durch steigende Temperaturen, Allergien, Atemwegserkrankungen sowie psychische Erkrankungen weltweit weiter zunehmen. Bis zum Jahr 2050 werden jährlich zusätzlich 250.000 Menschen durch Hitze, Unterernährung, Malaria oder Durchfallerkrankungen sterben, die Hälfte davon in Afrika. [65]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1297-1302. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Klimaerwärmung führt auch zu einer steigenden Anzhal von bewaffneten Konflikten; vor allem in ärmeren Regionen, die von hoher Armut, Ungleichheit und schwacher Wirtschaft gekennzeichnet sind, da in diesen Regionen die Versorgung von Lebensmitteln und Wasser nicht sichergestellt werden kann. Die ansteigenden gewaltsamen Konflikte verursacht auch eine steigende Flucht- und Migrationsbewegung. Die weltweite Migrationsbewegung und unfreiwillige Vertreibungen werden bis 2050 vor allem in Südasien, Afrika und Lateinamerika ansteigen. Der Anstieg beläuft sich hierbei auf 31 bis 143 Millionen Migranten. [66]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1297-1302. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Auswirkungen dieses Sektors wird die Gesellschaften weltweit jedoch sehr ungleich treffen, wobei die Gesundheitseinschränkungen durch Hitze und Extremwetterereignisse auf allen Kontinenten ansteigt. Die Covid-19 Pandemie hat jedoch gezeigt, dass die Regierungen und Menschen auf nationaler und internationaler Ebene starke Schwächen in der Krisen- und Risikobewältigung haben. Die steigende Bereitschaft sich der Klimakatastrophe anzunehmen reicht bei weitem nicht aus, um die kommenden Gesundheitsrisiken, Migrationsströme und gesellschaftlichen Konflikte zu bewältigen. Die Einhaltung des Pariser Klimaabkommen von 2015 hat nur dann das Potenzial die Folgen der Klimaerwärmung abzumildern, wenn die definierten Ziele auch weltweit erreicht und eingehalten werden, was eine riesige Herausforderung ist. [67]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1297-1302. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Proaktive Klimaanpassungen und Maßnahmen können die Risiken für die menschliche Gesundheit und Wohlbefinden deutlich senken und einige sogar ganz vermeiden. Allerdings sind bisher nur 0,5% der globalen Investitionen zur Bewältigung der Klimakatastrophe für den Gesundheitssektor gedacht. Das ist viel zu wenig, da gerade arme Regionen der Welt die Gesundheit ihrer Bevölkerung an erste Stelle setzen. [68]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1297-1302. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Armut und Lebensgrundlage

Eine stärkere Klimaerwärmung führt auch zu dauerhaft größeren Einschränkungen im Lebensstil aller Gesellschaften. Arme Regionen sind von den Auswirkungen der Klimaerwärmung stärker betroffen als reiche Regionen. Außerdem können Entwicklungs- und Schwellenländer die Folgen der Klimakatastrophe nicht so gut bewältigen wie die Industriestaaten, da hierfür das notwendige Geld fehlt. [69]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1478-1480. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Arme Regionen sind von Fluten und Dürren stärker betroffen als reichere Gegenden. Länder wie Somalia, Nigeria oder Afghanistan zeigen 15 mal höhere Todeszahlen aufgrund von Fluten und Dürren als z. B. Australien oder Großbritannien. 3,3 Milliarden Menschen leben in solchen stark betroffenen und anfälligen Regionen, während nur 1,8 Milliarden Menschen in den resistenten Regionen leben. Die Anzahl der Menschen, die in totaler Armut leben können bereits bis 2030 um 122 Millionen ansteigen. [70]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1478-1480. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Auch eine dauerhaft moderate Klimaerwärmung kann dazu führen, dass Menschen in gefährdeten Regionen eine Erosion ihrer Lebensgrundlagen und Existenz erleben, die mit humanitären Krisen wie Vertreibung, erzwungener Migration oder bewaffneten Konflikten zusammenwirken und zu sozialen Kipppunkten führen kann. Diese gesellschaftlichen Umwälzungen können zu instabilen Gesellschaften und Ländern führen. [71]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1478-1480. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Covid-19 hat zudem zu einer sinkenden Armutsbekämpfung in Afrika, Asien und Mittelamerika geführt, da Gelder zur Pandemiebekämpfung eingesetzt werden mussten. Die Armutsbekämpfung ist jedoch wesentlicher Bestandteil einer klimaresilienten und klimagerechten Entwicklung. Nachhaltige und naturbasierte Lösungen wie Stadtbegrünung und ökosystembasiertes Management führen nachweislich zu Reduktion von Armut und einer Verbesserung der Lebensgrundlagen der Menschen. Daher bedeutet eine Bekämpfung der Klimaerwärmung auch immer eine Bekämpfung von Armut. Außerdem wird lokale nachhaltige Wirtschaft und Entwicklung benötigt, um klimaresiliente Prozesse zu etablieren. [72]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1478-1480. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Auswirkungen der Klimaerwärmung auf Regionen

Neben der Betrachtung der einzelnen Sektoren haben sich die Wissenschaftler den regionalen Einfluss der Klimaerwärmung und den Auswirkungen angeschaut. Im Folgenden werden daher die unterschiedlichen Risiken der Kontinente bzw. verschiedenen Weltregionen betrachtet, da tropische Regionen vor anderen Problemen stehen als Länder in gemäßigten Klimaten.

Afrika

Afrika ist der Kontinente mit dem geringsten CO2-Ausstoß weltweit, hat aber aufgrund der Klimaerwärmung in vielen Sektoren große Verluste zu verzeichnen. Der Hauptgrund dafür ist, dass Afrikaner überproportional häufig in Sektoren beschäftigt sind, die stark von der Klimaerwärmung betroffen sind. Etwa 55% Arbeitskräfte südlich der Sahelzone sind in der Landwirtschaft beschäftigt, die besonders unter der Klimaerwärmung leidet. Bei einer globalen Klimaerwärmung bis zu maximal 2°C steigen Biodiversitätsverlust, Wasserknappheit, sinkende Nahrungsmittelproduktion, Verlust von Menschenleben und Wirtschaftswachstum stark an. Eine Limitierung der Erwärmung auf maximal 1,5°C würde den Schaden auf die Ökosysteme und Wirtschaft hingegen deutlich und messbar senken. Dagegen wird eine dauerhafte Klimaerwärmung über 2°C die Anzahl von Dürren erhöhen und die Dauer von gegenwärtig 2 Monaten auf 4 Monate erhöhen. [73]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1634-1640. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Klimaerwärmung hat bereits heute die Anzahl von marinen und terrestrischen Hitzewellen sowie Dürren erhöht. Vor allem Westafrika ist häufiger betroffen und die drei Jahre andauernde Dürre von 2015 bis 2017 in Kapstadt ist durch die Klimaerwärmung bereits heute drei mal wahrscheinlicher geworden. Die Intensität und die Dauer von Hitzewellen im Ozean und auf dem Land steigt bei zunehmender Klimaerwärmung an. Bereits bei einer Limitierung der Klimaerwärmung auf 1,5°C werden 2020 geborene Kinder 4 bis 8 mal häufiger Hitzewellen erleben als 1960 geborene Menschen. Bei einer Erwärmung um 2,4°C werden sie sogar 5 bis 10 mal häufiger Hitzewellen erleben. [74]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1634-1640. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Tropische Zyklone werden in Ost- und Südafrika seltener auf Land treffen, bringen aber intensivere Niederschläge und höhere Geschwindigkeiten mit. Dadurch treten Extremniederschläge mit höherer Intensität als bisher auf, wodurch auch Flutkatastrophen häufiger auftreten. Außerdem werden alle Gletscher – selbst die auf dem Kilimanjaro – bis 2040 verschwunden sein. [75]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1634-1640. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Viele afrikanische Länder sind durch die Klimaerwärmung Mehrfachrisiken ausgesetzt. Es sinken Lebensmittelerträge und -produktion sowie Vieh- und Fischbestände. Auf der anderen Seite steigt die Anzahl von Hitzetoden und der Verlust von Arbeitsproduktivität. Außerdem steigt die Anzahl von Überschwemmungen vor allem in Westafrika. [76]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1634-1640. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Asien

Die Klimaerwärmung führt in Asien zu einem gehäuften Auftreten von Hitzewellen und Dürren. Im Jahr 2080 könnten bis zu 1,1 Milliarden Menschen jährlich mehr als 30 Tage im Jahr extremer Hitze ausgesetzt sein. Wärmere Sommer führen daher zu einem höheren Energiebedarf durch Klimaanlagen. Außerdem trägt der Bevölkerungswachstum zu einem zusätzlich höheren Energiebedarf bei. Die Wasserversorgung wird in der Zukunft z. B. wegen notwendiger Kühlung ebenfalls einen erhöhten Energiebedarf haben, sodass in vielen asiatischen Ländern die Energieversorgung gefährdet und Industrien ausfallen können. [77]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1858-1861. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Küstenökosysteme sind durch die Klimaerwärmung stark gefährdet. Korallenriffe werden irreversibel zerstört. Mangroven werden darüber hinaus durch Verschmutzung, Umnutzung für Aquakulturen, Küstenrosion sowie den Anstieg des Meeresspiegels nachhaltig geschädigt. [78]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1858-1861. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Asien wird aufgrund der Klimaerwärmung immer größere Wasserknappheit erleiden und bis zum Ende des Jahrhunderts eine Zunahme der Dürrebedingungen um 20% erleben. Die Wasserknappheit wird für über 220 Millionen Menshen u. a. auch durch das Abschmelzen der Gletscher ausgelöst, die z. B. die Trink- und Grundwasserreservoire in Indien versorgen. [79]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1858-1861. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Versorgungssicherheit mit Lebensmittel wird ebenfalls sinken, da mit Ernteausfällen, Viehbestandsverlust und Fischereieinbußen zu rechnen ist. In Indien kann die Reisernte um 10% bis 30% und die Maisproduktion um 25% bis 70% sinken. Die Verluste werden durch Hitzestress aber auch durch Umweltkatastrophen wie Extremniederschläge und Stürme ausgelöst. [80]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1858-1861. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Klimaerwärmung verursacht direkte Verluste in verschiedenen Bereichen durch Zerstörung an Infrastrukturen, Unterbrechung von Versorgung und Diensten sowie Unterbrechungen in Lieferketten. Die Auswirkungen von Lieferketten haben globale Auswirkungen wie wir weltweit durch die Lockdowns vor allem in China seit Beginn der Covid-19 Pandemie zu spüren bekommen. Aus diesem Grund wird es zu deutlichen ökonomischen Wohlstandsverlusten kommen. [81]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1858-1861. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Klimaerwärmung wirkt sich auch auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen aus: So werden das Auftreten und die Verbreitung von Krankheiten sowie Allergien, Unterernährung und psychische Störungen zunehmen. Außerdem wird auch die Migration zunehmen. Bereits im Jahr 2019 machten die Migrationsbewegungen in Asien 30% der globalen Migration aus. [82]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 1858-1861. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Australien und Neuseeland

Australien und Neuseeland werden genau wie fast alle anderen Regionen der Welt ebenfalls steigende Hitzeextreme und Meereswasserspiegel sowie sinkenden Schneeniederschläge erleben. Regenfälle werden lokal ungleicher: Während sie in einigen Regionen zunehmen, werden andere weniger Niederschläge erleben, wodurch das Auftreten von Dürren und Überschwemmungen gleichzeitig zunehmen. [83]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2030-2033. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

2019 hat Australien mehr Tage über 39°C gehabt als jemals zuvor und Neuseeland hat in den Jahren 2016 bis 2020 drei flächendeckende marine Hitzewellen erlebt. 2014 bis 2020 gab es in Ostaustralien außerdem sieben große Hagelstürme sowie zwei in Neuseeland. In den Jahren 2019 bis 2021 gab es außerdem je 3 große Fluten in Australien und Neuseeland sowie mehrere große Buschbrände, die ganze Landstriche zerstört haben. Die Dürren, Beschbrände und Hitzewellen führen zur Bedrohung der Ökosysteme und der Frischwasserversorgung. Viele Arten werden durch die Klimaerwärmung daher aussterben. [84]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2030-2033. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Meeresbewohner wandern polwärts, um den Hitzewellen und der Ozeanerwärmung zu entgehen und das Korallensterben nimmt zu. Die Gletschermasse hat in Neuseeland zwischen 1978 und 2016 um 21% abgenommen und die Schneegrenze zum Sommerende hat sich von 50 Gletschern zwischen 1949 und 2016 um 300 Meter in die Höhe verschoben. [85]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2030-2033. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Klimaerwärmung hat bereits und wird das Leben der Menschen weiter negativ beeinflussen. Wildfeuer und Fluten zerstören die Lebensräume der Menschen sowie die Infrastruktur und kulturelle Denkmäler. Durch Zerstörung und negative wirtschaftliche Folgen steigen auch die Kosten von Privatpersonen und Unternehmen sowie für Lokalregierungen. Eine weitere Folge ist, dass Ungleichheiten zwischen indigenen und nicht-indigenen Menschen, zwischen den Generationen, zwischen ländlich und städtisch lebenden Menschen, zwischen Menschen mit hohem und solchen mit niedrigem Einkommen und im Bereich der Gesundheit werden durch die Klimaerwärmung verschärft. [86]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2030-2033. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Klimaerwärmung verstärkt auch die Auswirkungen von Ereignissen und führt daher zu systemischen Mehrfachrisiken. Als Beispiel sein die Wildfeuer 2019 bis 2020 im Südosten Australiens genannt, die eine Fläche von 5,8 bis 8,1 Millionen Hektar verbrannten, wodurch 114 bereits bedrohte Tierarten über 50% und 49 Arten sogar über 80% ihres Lebensraums verloren haben. Außerdem wurden 3000 Häuser zerstört, haben 33 Menschen ihr Leben direkt verloren, sind 429 Menschen an Folgeerscheinungen gestorben und es sind insgesamt 3230 Menschen ins Krankenhaus eingewiesen worden. Die Kosten für das Gesundheitssystem belaufen sich hierbei auf 1,95 Milliarden, für Versicherungen auf 2,3 Milliarden und für die Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Tourismus und Hotelgewerbe auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Die Klimaerwärmung führt also zu mehr Wildfeuern und Fluten, die wiederum sehr hohe Kosten in vielen verschiedenen Bereichen verursachen und die Gemeinden und Menschen direkt betreffen. Eine einzige Ursache – die Klimaerwärmung – führt also so multiplen Risiken in unterschiedlichen Bereichen, die massive Auswirkungen auf Leben und Natur haben. [87]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2030-2033. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Wissenschaftler nennen für Australien und Neuseeland die folgenden 9 Kernrisiken. Besonders hervorzuheben ist hierbei Risiko (9), da dieses das Potenzial hat unvorhersehbare gesellschaftliche Kettenreaktionen wie Gewalt und Bürgerkriege auszulösen.

  1. Verlust von Korallenriffen: durch die marinen Hitzewellen sind die Korallenriffe in den Jahren 2016-2020 bereits stark zerstört worden
  2. Verlust alpiner Vegetation und Tierarten
  3. Verlust von Wäldern
  4. Verlust von Seetangwäldern durch Hitzewellen und der Ozeanerwärmung
  5. Verlust und Zerstörung von natürlichen und menschlichen Systemen und Infrastrukturen in Küstenregionen in Neuseeland. Ein bisher als Jahrhunderflut bezeichnetes Extremwetterereignis (Flutkatastrophe) kann sich bei zunehmender Erwärmung in Zukunft mehrere Male im Jahr (!) ereignen.
  6. Sinkende Erträge der Landwirtschaft aufgrund steigender Trockenheit: Bis 2050 könnten die Erträge von Weizen in einigen Regionen um 15% bis 30% sinken.
  7. Höhere Sterblichkeit der Menschen und von Wildtieren aufgrund von Hitzewellen.
  8. Infrastrukturen und Versorgungsnetzwerke sind durch Katastrophenereignisse einem steigenden Risiko ausgesetzt, dazu zählen z. B. Straßen, Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung und Lieferketten.
  9. Unfähigkeit von Institutionen und Regierungen die kommenden Klimarisiken zu managen. Dazu zählt auch, dass eine steigende Anzahl von Katastrophenereignissen die Mittel und Kapazitäten der Institutionen und Regierungen überfordern kann und diese daher nicht in der Lage sind, die notwendigen Richtlinien, Dienstleistungen, Ressourcen und Koordination bereitzustellen, um die sozioökonomischen Probleme und Risiken anzugehen.

Zentral- und Südamerika

Zentral- und Südamerika sind der Klimaerwärmung in besonderem Maße ausgesetzt. Die große Armut, das Bevölkerungswachstum und die Bevölkerungsdichte, die steigende Abholzung von Wäldern, ein schlechtes Wassermanagement und fehlende Finanzmittel führen zu steigender Ungleichheit in der Bevölkerung und einer verringerten Anpassungsfähigkeit an kommende Herausforderungen. [88]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2181-2185. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Abholzung und Brandrodung des Amazonas Regenwaldes macht den Wald anfälliger für Hitzewellen und erhöhte Temperaturen, wodurch die Baumsterblichkeit erheblich zunimmt. Der Wald ist bisher außerdem eine der wichtigsten CO2-Senken weltweit. Das bedeutet, er hat mehr CO2 aufgenommen als freigesetzt und daher der Atmosphäre Kohlenstoff entzogen. Durch die Abholzung verwandelt sich der Regenwald momentan jedoch von einer CO2-Senke in einen CO2-Emittenten – er gibt dann mehr CO2 in die Atmosphäre ab als er aufnimmt und verschärft damit sogar die Klimaerwärmung noch. [89]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2181-2185. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Gletschermasse in den Anden sind seit den 1980er Jahren um 20% zurückgegangen und führen zusammen mit höheren Temperaturen und weniger konstanten Regenfällen zur Existenzgefährdung der Bevölkerung, da die Sicherheit der Trinkwasserversorgungs sinkt und Fluten große Zerstörungen verursachen sowie das Trinkwasser zusätzlich kontaminiert. Der Wassermangel wird die Ökosysteme, die Landwirtschaft, das Gesundheitssystem und Energiewirtschaft beeinträchtigen. [90]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2181-2185. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Negative Synergieeffekte von Wildfeuern, Abholzung und Entwaldung sowie der Klimaerwärmung wirken sich direkt negativ auf die menschliche Gesundheit, Ökosystemfunktionen, Waldstruktur, Lebensmittelsicherheit und die Lebensgrundlage der Menschen aus. Sich zeitlich verschiebende Niederschläge und deren Intensität sowie Extremtemperaturen verschlechtern außerdem die Landwirtschaft und deren Erträge. Küstenökosysteme werden darüber hinaus massiv beeinträchtigt. So wird um das Jahr 2050 nahezu jedes Korallenriff mindestens eine Korallenbleiche pro Jahr erfahren. [91]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2181-2185. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Zudem steigt das Risiko von Krankheiten, besonders von Viruserkrankungen. Das Dengue-Fieber ist z. B. bereits in den vergangenen Jahrzehnten immer häufiger aufgetreten. Fluten und Dürren werden häufiger auftreten und in ihrer Intensität zunehmen. Erdrutsche stellen dabei eine Gefahr für Menschen und Infrastrukturen dar. Eine Erwärmung von 1,5°C bedeutet bereits einen 100%- bis 400%-igen Anstieg von Überschwemmungen in Kolumbien, Brasilien, Argentinien, Ecuador und Peru, bei denen Menschen betroffen. Dürren, tropischen Stürme, Starkregen und Überschwemmungen sorgen daher auch für steigende Migration und Vertreibung. Für die Ökosysteme bedeutet die Klimaerwärmung vor allem auch, dass 85% der artenreichen und natürlichen Systeme (Pflanzen, Tiere, Lebensräume und Lebensgemeinschaften) durch die Klimaerwärmung gefährdet sind. [92]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2181-2185. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Bereits bestehende Risiken verwandeln sich in schwerwiegende Schlüsselrisiken, die gelöst werden müssen. Dazu zählen Risiken von Lebensmittelsicherheit durch Dürren, Risiken für Menschen und Infrastrukturen durch Fluten, Risiken der Wasserknappheit aufgrund geringerer Schneemengen, sinkenden Gletschermassen und schwankende Regenfälle, Risiken von Krankheitsverbreitungen, Kaskadierende Risiken, welche die öffentliche Versorgungssysteme überlasten, Risiken von großräumigen Veränderungen und sich verschiebenden Lebensräumen, Risiken der Korallenökosysteme und Risiken für küstennahe sozio-ökologische Systeme (natürliche Lebensräume, Städte, Infrastrukturen) aufgrund steigender Meeresspiegel, Stürme und Küstenerosion. [93]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2181-2185. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Europa

Die Klimaerwärmung hat bisher bereits zu schweren Verlusten und der Schädigung von Menschen, Ökosystemen, der Nahrungsmittelproduktion, Infrastrukturen, Energie- und Wasserverfügbarkeit, Gesundheitssystemen sowie der Wirtschaft geführt. [94]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2362-2365. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Der Süden ist stärker betroffen als der Norden Europas. So führten die Wildfeuer in Italien und Griechenland und Temperaturen jenseits der 45°C bereits 2021 dazu, dass diese Regionen nicht mehr bewohnbar waren. Auch andere Regionen wie Russland und Kalifornien haben extreme Wildfeuer erlebt [95]F. Patalong. (2021, August 7). Die Welt brennt. Verfügbar: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/waldbrand-monitoring-der-nasa-aus-dem-all-die-welt-brennt-a-e4720d1a-8671-4105-9d50-ac342a201a2f.

Die Erwärmung in Europa wird außerdem stärker ansteigen als im globalen Durchschnitt. Der IPCC definiert daher 4 Kernrisiken, die bei einer Erwärmung um 2°C deutlich schwerwiegender ausfallen als bei einer Begrenzung der globalen Klimaerwärmung auf 1,5°C. Bei einer Erwärmung über 3°C sind die Auswirkungen auch mit hohen klimatischen Anpassungsmaßnahmen schwerwiegend für viele Lebensbereiche und Sektoren und die Anzahl der Menschen, die diesen Risiken ausgesetzt sind verdoppelt sich im Vergleich zu einer 1,5°C Erwärmung. [96]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2362-2365. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

  1. Hitze verursacht eine steigende Sterblichkeit von Menschen und Ökosystemstörungen.
  2. Die Erträge der Landwirtschaft wird durch Hitze und Dürren sinken.
  3. Die Wasserversorgung wird in vielen Sektoren sinken.
  4. Unter Überschwemmungen werden Menschen und Infrastrukturen leiden.

Europäische Städte sind durch extreme Hitze, Fluten und Dürren besonders gefährdet. Eine Erwärmung über 2°C gefährdet die Versorgungssicherheit mit Energie und der Logistik und erhöht den Energiebedarf durch Klimatisierungsanlagen sowie den Wasserbedarf. Dabei ist nicht sicher, ob in Zukunft eine Versorgungssicherheit gewährleistet werden kann. [97]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2362-2365. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Nordamerika

Auswirkungen

Wenn die Klimaerwärmung nicht auf 1,5°C begrenzt wird, werden die klimatischen Risiken für Nordamerika stark ansteigen und irreversible Schäden für Ökosysteme, Infrastrukturen und Gebäude, Wirtschaft, die Lebensgrundlage der Bevölkerung, psychische und physische Gesundheit, Sicherheit sowie Erholung und Freizeit bedeuten. [98]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2505-2508. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Folgen der Klimaerwärmung ist in den letzten 20 Jahren stärker geworden und hat mehr Menschen direkt betroffen als im 20. Jahrhundert. Die Verbreitung von Desinformation vor allem in den USA hat darüber hinaus zu einer Spaltung der Gesellschaft und einer Verlangsamung bzw. Verzögerungen von Klimaanpassungsmaßnahmen und einer effektiven Klimapolitik geführt. Städte werden immer häufiger von Extremwetterereignissen getroffen. Diese verursachen riesige Schäden und viele Menschen verlieren dadurch ihre Lebensgrundlage. Die indigene Bevölkerung ist davon am stärksten betroffen. [99]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2505-2508. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Klimaerwärmung hat die Gesundheit der Bevölkerung bereits negativ beeinflusst: Hitze hat zu einer erhöhten Sterblichkeit geführt. Niederschläge haben zu erhöhter Krankheitsausbreitung und Extremwetter hat zu einem Anstieg psychischer Erkrankungen geführt. Außerdem hat die zunehmende Trockenheit zu einer steigenden Anzahl von Wildfeuern geführt, die länger andauern und größere Flächen erfassen als in früheren Jahrzehnten. [100]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2505-2508. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Nahrungsmittelproduktion ist zunehmend von den Klimafolgen betroffen mit sinkender Lebensmittelsicherheit bisher vor allem für die indigene Bevölkerung. Die Produktivität ist seit 1961 insgesamt um 12,5% gesunken – wobei Mexiko stärker betroffen ist als Kanada. Insgesamt ist auch die Menge verfügbaren Frischwassers und die Versorgungssicherheit in ganz Nordamerika gesunken. [101]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2505-2508. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Steigende Luft-, Wasser-, Ozean- und Bodentemperaturen haben Ökosysteme umstrukturiert und zu erhöhter Sterblichkeit von Vögeln und Säugetierarten geführt. Extreme Hitze- und Niederschlagstrends auf dem Land haben zusätzlich zu Vegetationsstress und erhöhter Sterblichkeit beigetragen, die Bodenqualität verringert und die Ökosystemprozesse einschließlich des Kohlenstoffkreislaufs und des Süßwassers verändert. [102]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2505-2508. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Risiken

Mit steigender Klimaerwärmung werden Hitzewellen und Wildfeuer häufiger und intensiver auftreten. Eis- und Schneemassen werden abnehmen und die Winter kürzer. Außerdem wird der Meeresspiegel ansteigen. Hitzestress, extreme Niederschläge und Versauerung des Wassers werden stark zunehmen und zu extremeren Überschwemmungen, steigender Erosion und den Verlust von Ökosystemfunktionen, Leben und Eigentum führen. Die Anzahl vom Aussterben bedrohter Spezies wird zukünftig zunehmen, da Ökosysteme zerstört, Frischwasserreserven sinken und Lebensräume verschwinden. [103]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2505-2508. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Unter allen Emissionsszenarien werden die Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung ansteigen. Dabei hängt die Schwere der Auswirkungen jedoch vom Grad der Klimaerwärmung sowie den Anpassungsmaßnahmen der Menschen ab. Mit Gesundheitsrisiken sind erhöhte Sterblichkeit durch Hitze und die Ausbreitung von Krankheiten gemeint sowie eine steigende Menge von verunreinigten Lebensmitteln. Die Lebensmittelsicherheit sinkt darüber hinaus, da Erträge der Fischerei und Landwirtschaft aufgrund von Hitze, Katastrophen und Bodendegradation abnehmen. [104]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2505-2508. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Klimaerwärmung führt wie auch in anderen Regionen zu unkalkulierbaren Systemrisiken (Kollaps des Systems) u. a. für die Finanzmärkte, aufgrund der Zerstörung von Lieferketten, Infrastrukturen und des globalen Wettbewerbs im Handel. [105]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2505-2508. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Kleine Inseln

Bei kleinen Inseln wird die Dringlichkeit der Bekämpfung der Klimaerwärmung am besten deutlich. Kleine Inseln sind zunehmend von Temperaturerhöhungen und den zunehmenden Auswirkungen tropischer Wirbelstürme betroffen sowie von Sturmfluten, Dürren, variierenden Niederschlagsmengen, Meeresspiegelanstieg, Korallenbleiche und invasiven Arten. [106]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2662-2665. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

22 Millionen Menschen in der Karibik leben bis zu maximal 6 Meter über den Meeresspiegel und 50% der Infrastruktur auf atlantischen Inseln konzentrieren sich auf den schmalen Bereich von 500 Metern an der Küste von denen der größte Teil auf maximal 10 Metern Höhe über dem Meeresspiegel liegt. [107]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2662-2665. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Auf den Malediven sind die Korallen bereits um 25% zurückgegangen und die Korallenbleiche kommt inzwischen alle 6 Jahre. Die Korallenbleiche wird noch vor 2040 auf einigen Inseln aufgrund der Ozeanversauerung und der Wassererwärmung jährlich auftreten. Bei einer Erwärmung von 1,5°C werden 70-90% der riffbildenden Korallen verloren gehen, bei einer Erwärmung von 2°C werden es 99% sein. Die Aufgaben, die Korallen erfüllen, können nicht künstlich ersetzt werden. [108]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2662-2665. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Trinkwasserversorgung ist auf Inseln weltweit am gefährdetsten, da die natürlichen Grund- und Trinkwasserreservoire nicht so viel Wasser fassen können. Auf Puerto Rico gab es z. B. von 2014 bis 2016 eine 80 Wochen andauernde Dürre. Auf kleinen Inseln gibt es jedoch auch einen großen Teil der globalen Artenvielfalt, die auf den begrenzten Lebensräumen nur sehr geringe oder keine Möglichkeiten zur Anpassung haben. [109]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2662-2665. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Das Auftreten von Fluten wird ab 2050 signifikant steigen und vermehrt Schäden an Ökosystemen und Infrastrukturen anrichten. Außerdem könnten endemische (also nur auf den Inseln vorkommende) Arten bei einer Erwärmung von mehr als 3°C bis 2100 in der Karibik und im Pazifik zu 100% ausgestorben sein. Dies würde die Menschen hart treffen und die Nahrungs- und Wasserversorgung, die Gesundheit, Wirtschaft, Kultur und Tourismus gefährden und neue Migrationsbewegungen auslösen. [110]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2662-2665. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

In der Karibik wird die steigende globale Erwärmung um weitere 1°C die Niederschläge um 15% reduzieren. Dadurch werden Dürren wahrscheinlicher, die die Landwirtschaftserträge senken. Eine steigende Erwärmung oberhalb von 2°C wird zudem bis 2100 zu 50% weniger Fischfang auf den pazifischen Inseln führen. [111]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2662-2665. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Selbst bei einer Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5°C werden marine, terrestrische und Küstenökosysteme verloren gehen, Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen sowie die Wirtschaftskraft sinken und Lebensgrundlagen der Bevölkerungen zerstört. Klimabedingte Veränderungen in den Ozeanen, einschließlich langsamer Prozesse und Änderungen bei Extremereignissen werden auf den meisten kleinen Inseln Schlüsselrisiken auslösen und verstärken. [112]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2662-2665. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Auswirkungen der Klimaerwärmung auf besonders betroffene Lebensräume

Neben den Folgen für die gesellschaftlichen Bereichen auf allen Kontinenten sind besonders bestimmte Lebensräume von den Auswirkungen der globalen Erwärmung betroffen. Die Wissenschaftler haben daher für verschiedene Lebensräume die Folgen der Klimaerwärmung aufgezeigt und zusammengefasst. Im Folgenden, gehe ich auf die verschiedenen Lebensräume ein, die im Bericht im Fokus stehen.

Artenreiche Regionen

Artenreiche Regionen sind Regionen mit einer außergewöhnlich hohen Anzahl unterschiedlicher Arten. Diese Regionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Arten aufweisen, die besonders selten sind oder solche Arten, die es in sonst keiner anderen Regionen gibt (endemische Arten). Gegenwärtig leben 3 Milliarden Menschen in artenreichen Regionen. Daher ist es wichtig den Druck des Menschen auf diese Regionen zu verringern, um den Ökosystemen die Möglichkeit zu geben, sich an die Klimaveränderungen anzupassen. Wenn ein massives Artenschwinden verhindert werden soll, müssen die artenreichen Regionen geschützt werden. Das Aussterben von Spezies wird bei einer Klimaerwärmung von 1,5°C bis 3°C 10 mal höher sein als vor der Industrialisierung. [113]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3294-3295. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Tier- und Pflanzenarten zeigen aufgrund der Klimaveränderungen bereits Verhaltensänderungen. Sie wandern in größere Höhen ab, um der Erwärmung zu entgehen. Außerdem bewegen sich viele Arten polwärts. In Ozeanökosystemen wie Korallen gibt es außerdem gehäuft abrupte Sterblichkeiten aufgrund von Hitzewellen. [114]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3294-3295. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Alle artenreichen Regionen sind neben der Klimaerwärmung in unterschiedlichem Maße von menschlichen Eingriffen betroffen, was die Probleme und Risiken noch verschärft. Zu den Folgen menschlicher Eingriffe gehören Lebensraumverlust und -fragmentierung, Jagd, Fischerei und Fischereibeifang, Ausbeutung, Wasserentnahme, Nährstoffanreicherung, Verschmutzung, Einbringen invasiver Spezies, Schädlinge und Krankheiten. Diese Eingriffe des Menschen verringern und beschädigen die Klimaresilienz der Ökosysteme. [115]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3294-3295. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Städte in Küstenregionen

Fast 900 Millionen Menschen leben in Küstenregionen. Diese Regionen sind den Folgen von Klimaveränderungen stark ausgesetzt und gleichzeitig Innovationsregionen für Anpassungsmaßnahmen. Die meisten Regionen erleben bis 2050 schwerwiegende Störungen ihrer Ökosysteme. Bis 2100 werden alle Küstenregionen große Veränderungen und Störungen in ihren Ökosystemen erleben. [116]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3341-3343 Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Regionen werden steigenden Meeresspiegeln, mehr Überschwemmungen und Stürmen ausgesetzt sein. Sie werden außerdem marine Hitzewellen und Ozeanversauerung ertragen müssen. Gleichzeitig werden diese Risiko-Regionen wachsen und bis 2050 über 1 Milliarde Menschen die Folgen der Klimaerwärmung in diesen Regionen zu spüren bekommen. Bis 2100 werden außerdem Infrastrukturen im Wert von 7 bis 14 Billionen US-Dollar den Folgen der Klimaerwärmung ausgesetzt sein, wodurch massive Schäden zu erwarten sind. [117]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3341-3343 Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die globalen Investitionskosten allein zur Anpassung von Häfen und zur Bewältigung des Meeresspiegelanstiegs werden sich bis 2050 auf 223 bis 768 Milliarden US-Dollar belaufen. Folgekosten von Naturkatastrophen sind hier noch nicht mit eingerechnet. [118]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3341-3343 Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Wüsten und halb-trockene Regionen

In einigen Regionen gibt es vermehrte Niederschläge, wodurch mehr und länger Vegetation wachsen kann. Dies ist eine der wenigen positiven Entwicklungen der Erwärmung. In anderen Regionen wird es hingegen trockener. Bis 2100 werden einige trockene Regionen schrumpfen, während sich andere Regionen ausbreiten. Die trockeneren Wetterlagen haben einen negativen Einfluss auf die Lebensgrundlage, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen in diesen Regionen. Langfristig werden diese Regionen auch trockener bleiben und so ein großes Risiko für die Wasserversorgung darstellen. Besonders Megacities und größere Städte werden zunehmend Wassermangel erleben. [119]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3383-3385. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die halb-trockenen Regionen werden sich auf allen Kontinenten (außer in der Antarktis) weiter ausbreiten. Eine ungebremste Klimaerwärmung könnte die Trockenzonen bis 2100 um ein Viertel der Flächen von 1990 ausdehnen und bis zur Hälfte der globalen Landfläche anwachsen lassen. Das bedeutet, dass Ende des Jahrhunderts die Hälfte der weltweiten Landfläche Trockenzonen sein könnten! Diese Veränderungen stellen die Menschen vor extreme und unkalkulierbare Herausforderungen und fordert extreme Anpassungen. Niederschläge und damit die Wasserversorgung werden in trockenen Regionen sehr viel unsicherer werden. Gleichzeitig werden steigende Temperaturen zu mehr Hitzestress und steigenden Todeszahlen führen. [120]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3383-3385. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Mediterraner Raum

Der mediterrane Raum ist die wichtigste und meistbesuchte Touristenregion der Welt. Die Klimaerwärmung beträgt in dieser Region bereits jetzt 1,5°C und liegt damit deutlich über dem globalen Durchschnitt von etwa 1,1°C. Die Klimaerwärmung verstärkt bestehende Probleme wie starke Bebauung, Überfischung, Umweltverschmutzung, Artenverlust und Bodendegradation. [121]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3436-3437. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Weitere Schlüsselrisiken sind Dürren und Wasserknappheit, aber auch Überflutungen an den Küsten und die daraus resultierende Bodenversalzung. Außerdem sind Wildfeuer und der Verlust von Ökosystemen weitere Bedrohungen für diese Regionen. Dürren sind bereits heute häufiger und intensiver und Niederschläge unregelmäßiger als noch im 20. Jahrhundert. Außerdem ist der Meeresspiegel gestiegen und die Ozeane saurer geworden. [122]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3436-3437. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Temperatur und der Meeresspiegel werden bis zum Ende des Jahrhunderts stärker steigen als im globalen Durchschnitt. Das bedeutet über 500 Millionen Menschen sind hier besonders stark durch die Folgen der Erwärmung betroffen. Im schlechtesten Fall, kann die Erwärmung bis zu 5,6°C in dieser Region betragen, wohingegen Niederschläge bis zu 22% sinken können. Niederschlagextreme werden hingegen zunehmen und Dürren in vielen Gegenden der Normalzustand. [123]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3436-3437. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Ernteerträge von wasserintensiver Landwirtschaft kann um bis zu 64% sinken. Die Wüstenregionen werden sich weiter ausbreiten und die durch Feuer verbrannten Flächen werden größer werden. Naturschutzgebiete können darüber hinaus um bis zu 30% schrumpfen, wenn die Erwärmung die 3°C-Marke überschreitet. [124]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3436-3437. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Der Küstenschutz und die Anpassungsmaßnahmen für steigende Meeresspiegel sind sehr teuer und können nicht in allen mediterranen Regionen realisiert werden. Nach 2100 ist eine Anpassung an steigende Meeresspiegel nicht mehr möglich, da der Meeresspiegel bis dahin zu stark angestiegen sein wird. Die Konsequenz daraus ist, dass die Menschen dann die niedriggelegenen Küstenregionen dann müssen, wodurch riesige Kosten entstehen und die Bevölkerungsdichte zunimmt. [125]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3436-3437. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Gebirge

Gebirge haben heute in niedrigeren Höhen schon eine geringe Anzahl an schneebedeckten Tagen. Der Verlust von Gletschermassen ist enorm und auch die auftauende Permafrostböden sind ein zunehmendes Problem. Aufgrund der Eisschmelze kommt es zu einer vermehrten Bildung und Vergrößerung von bestehenden Gletscherseen. Die Folge von diesen Änderungen in der Kryo- und Aquasphäre sind Störungen im Wasserkreislauf insbesondere in trockenen Regionen. Dies führt zu Wasserknappheit aufgrund schwankender Schnee- und Gletscherschmelze. Etwa 2 Milliarden Menschen sind inzwischen von der Wasserversorgung aus Gebirgen abhängig sowie zwei Drittel der weltweiten Landwirtschaft. [126]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3487-3489. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Flussabwärts steigt aufgrund der hohen Eisschmelze hingegen die Gefahr von Überschwemmungen. Fluten sowie die Dürren führen in Bergregionen sowie flussabwärts zu Einbußen bei den Ernteerträgen der Landwirtschaft, aber auch zu Einbußen bei Tourismuseinnahmen. Insgesamt wird es eine erhöhte Zerstörung der Landwirtschaft durch Überflutungen und gleichzeitig erhöhte Wasserknappheit geben. [127]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3487-3489. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Bei einer globalen Erwärmung von 1,5°C werden die meisten Gletscher vollständig Abschmelzen, bei einer höheren Erwärmung wird es hingegen weltweit keine Gletscher mehr geben. Viele Arten werden vor dem Aussterben stehen. Das Artensterben wird außerdem durch die steigende Anzahl an Wildfeuern beschleunigt. [128]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3487-3489. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Forscher halten fest, dass bisherige Anpassungsmaßnahmen unzureichend sind und in Zukunft überregional gemeinsam durchgeführt und überwacht werden müssen. Sie machen auch darauf aufmerksam, dass das ZEitfenster für Anpassungen immer kleiner wird und eine Anpassung nicht mehr möglich ist, wenn dieses Zeitfenster verpasst wird. Daher muss jetzt aktiv Klimaschutz betrieben und klimaresiliente Entwicklungen betrieben werden. [129]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3487-3489. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Polarregionen

Die Auswirkungen der Klimaerwärmung sind in den Polarregionen wesentlich stärker und schneller als in anderen Regionen der Welt. Die Erwärmung beträgt bereits heute über 2°C und wird noch weiter deutlich ansteigen. Die Folge davon ist z. B., dass bis 2050 ein saisonal komplett eisfreier Ozean erwartet wird. Dadurch ist die Fischerei bedroht, da Fischbestände zurückgehen. Fischer müssen heute außerdem schon immer weiter nordwärts fischen, weil sich viele Arten in kältere Klimaten zurückziehen. [130]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3549-3551. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Das Auftauen der Permafrostböden und Überschwemmungen werden Infrastrukturen und Transportwege unbenutzbar machen. Dadurch wird es weltweit zu hohen wirtschaftlichen Einbußen kommen und Schäden in Multi-Milliardenhöhe verursacht. Außerdem steht der Verlust des arktischen Kulturerbes und die Bedrohung der indigenen Bevölkerung auf dem Spiel. [131]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3549-3551. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Der Verlust von Seeeis steigt immer schneller und ermöglicht inzwischen neue Seewege. Durch das Abbrechen von Eisbergen gibt es jedoch erhöhte Kollisionsgefahr für Schiffe. Dadurch entstehen jedoch neue Probleme wie Lärmbelästigung im Ozean, wo bisher noch keine Schiffe fahren oder die Luftverschmutzung nimmt an bisher größtenteils unberührten Orten zu. [132]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3549-3551. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Tropische Wälder

Zwischen 1990 und 2020 wurden über 420 Hektar Wald zerstört, wobei über 90% davon tropischer Wald war. Neben der Zerstörung durch den Menschen erhöht die steigende Anzahl an Hitzewellen, Dürren und Wildfeuern die Baumsterblichkeit und verringert die Regeneration der Wälder. Die Klimaerwärmung hat vor allem im Amazonas darüber hinaus die CO2-Speicherung der Wälder gemindert. [133]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3615-3616. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

Die Waldrodung wird durch die industrielle Produktion und zur Viehzucht vorangetrieben. Abholzung geht dabei oft mit regionaler Armut einher, da die gerodeten Waldflächen von den Bauern landwirtschaftlich genutzt werden und davon oft das Überleben von Familien abhängt.
Die Folge der massiven Abholzung sind der Anstieg der lokalen Temperaturen und die Abnahme der Regenfälle. Dies führt langfristig zu einer Savannenbildung und zu mehr Wildfeuern. Durch diesen Umwandlungsprozess wird die Resilienz der Wälder gegenüber der Klimaerwärmung stark gemindert. [134]IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3615-3616. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

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Quellenangaben

Quellenangaben
1 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Resilienz. Verfügbar: https://www.bmz.de/de/service/lexikon/70564-70564
2 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, p. 7. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
3 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 32-34. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
4 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, p. 33. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
5, 6 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 6-7. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
7 WWF (World Wide Fund For Nature) (2020, Januar 7). 1,25 Milliarden tote Tiere in Australien. Verfügbar: https://www.wwf.de/2020/januar/125-milliarden-tote-tiere-in-australien
8 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2773-2774. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
9, 10, 12, 13 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2769-2774. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
11 Umweltbundesamt (2022, April 7). Beobachtete und künftig zu erwartende globale Klimaänderungen. Verfügbar: https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/beobachtete-kuenftig-zu-erwartende-globale#-ergebnisse-der-klimaforschung-
14 Umweltbundesamt (2021, Januar 28). Viele Unternehmen unterschätzen Risiken des Klimawandels. Verfügbar: https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/viele-unternehmen-unterschaetzen-risiken-des
15 Hessische Niedersächsische Allgemeine (2019, November 5). Forscher warnen: Ausmaß des Klimawandels wird unterschätzt. Verfügbar: https://www.hna.de/welt/studien-ausmass-klimawandels-wird-unterschaetzt-zr-607198.html
16 n-tv (2021, Juli 16). Klimaanpassung unumgänglich: Forscher: Klimawandel-Folgen unterschätzt. Verfügbar: https://www.n-tv.de/wissen/Forscher-Klimawandel-Folgen-unterschaetzt-article22685423.html
17, 18 https://www.spektrum.de/news/klimawandel-kostet-deutschland-und-andere-g-20-staaten-milliarden/1941946
19 https://www.spektrum.de/news/klimawandel-ohne-eis-mehr-feuer-im-westen/1942372
20 https://www.spektrum.de/news/klimastatistik-klimawandel-macht-duerre-zur-megaduerre/1988140
21 https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/meeresspiegel-usa-klimawandel-101.html
22 https://www.spektrum.de/alias/bilder-der-woche/klimawandel-wo-die-baeume-schneller-sterben/2021551
23 https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/menschen-schicksale/id_92237292/sipri-bericht-friedensforscher-zeichnen-ein-duesteres-zukunftsszenario.html
24 https://www.faz.net/aktuell/wissen/f-a-z-wissen-der-podcast-ist-das-hoellenwetter-noch-normal-18058959.html
25 https://www.tagesschau.de/ausland/hitzewelle-in-indien-101.html
26 https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-06/somalia-duerre-fluechtlinge-ostafrika
27 https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/duerre-in-italien-in-den-lago-maggiore-fliesst-zu-wenig-wasser-18117986.html
28 https://www.zeit.de/green/2022-07/wasserknappheit-trockenheit-wasserverbrauch-wasserversorgung
29 https://www.fr.de/wissen/feuerland-deutschland-91628666.html?cmp=defrss
30, 32 https://www.tagesschau.de/inland/hitzetote-105.html
31 https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/wie-sollten-sich-staedte-auf-den-klimawandel-vorbereiten-18126056.html
33 https://www.tagesschau.de/ausland/asien/hitze-ueberschwemmungen-klima-china-101.html
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99, 100 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2505-2508. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
106, 107, 108, 109, 110, 111, 112 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 2662-2665. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
113, 114, 115 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3294-3295. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
116, 117, 118 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3341-3343 Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
119, 120 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3383-3385. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
121, 122, 123, 124, 125 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3436-3437. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
126, 127, 128, 129 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3487-3489. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
130, 131, 132 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3549-3551. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf
133, 134 IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) (2022). Climate Change 2022: Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: The Sixth Assessment Report, pp. 3615-3616. Verfügbar: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/downloads/report/IPCC_AR6_WGII_FinalDraft_FullReport.pdf

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Mein Name ist Philipp und ich beschäftige mich gerne mit Homeprojekten im Hardware- und Softwarebereich. Ich stelle dabei immer wieder fest, dass es im Internet viele unvollständige  Tutorials gibt. Daher bin ich dazu übergegangen, meine Projekte in eigenen Anleitungen festzuhalten. Diese werde ich hier möglichst verständlich und mit dem nötigen Hintergrundwissen aufbereiten. Vielleicht kann ich dabei den entscheidenden Hinweis liefern, der in vielen anderen Tutorials fehlt.

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